Hardturm-Areal Zürich: Gestaltungsplan liegt auf

Hardturm-Areal Zürich: Gestaltungsplan liegt auf

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Teaserbild-Quelle: Visualisierungen nightnurse images, Zürich

Langsam beginnt der Ball für ein neues Hardturm-Stadion in der Stadt Zürich zu rollen: Einerseits hat die Stadt vier Baurechtsverträge gewährt und erhält dafür jährlich 1,2 Millionen. Andererseits wird ab 16. September der private Gestaltungsplan «Areal Hardturm – Stadion» öffentlich aufgelegt. Das letzte Wort haben allerdings der Gemeinderat und das Stimmvolk.

Die Investoren auf dem Zürcher Hardturm-Areal unter der Federführung der HRS Investment AG haben die Vorprojektphase für die Überbauungen abgeschlossen und den Entwurf des privaten Gestaltungsplans beim Amt für Städtebau eingereicht. Wie es in einer Mitteilung der Stadt heisst, findet die öffentliche Auflage vom 16. September bis 20. November statt. Der Stadtrat werde den Gestaltungsplan voraussichtlich nächsten Sommer dem Gemeinderat vorlegen.

Jährlicher Baurechtszins von 1,2 Millionen

Für die Realisierung der Teilprojekte auf dem Areal hat die Stadt ausserdem vier Baurechtsverträge über eine Laufzeit von 92 Jahren an die ABZ (Baufeld A), die Stadion Züri AG (Baufeld B), im Miteigentum an die Credit Suisse Funds AG sowie die beiden Immobilienfonds Siat Immobilien AG und Interswiss Immobilien AG (Baufeld C) sowie die Credit Suisse Anlagestiftung (Baufeld C2) gewährt. Der jährliche Baurechtszins beträgt 1,2 Millionen Franken. Den Baurechtszins für Baufeld C habe man reduziert, damit die Investoren das Stadion realisieren könnten, heisst es in der Mitteilung. «Daraus resultiert ein jährlich wiederkehrender Einnahmeverzicht von maximal 1,7 Millionen Franken.»

50 Millionen für Grundstücks-ÜBertragung

Sowohl über den Einnahmenverzicht als auch über eine Umbuchung vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen wird das Stimmvolk befinden. Konkret: Heute ist das gesamte Grundstück dem Finanzvermögen zugeteilt. Die für das Stadion und den Genossenschaftsbau vorgesehenen Baufelder sollen jedoch ins Verwaltungsvermögen übertragen werden. Hierfür beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat laut Mitteilung einen Objektkredit von 50 Millionen Franken. Stimmt er zu, werden die Bürger voraussichtlich Ende nächstes Jahr über die Übertragung der betroffenen Baufelder A und B abstimmen. «Dafür erhält die Stadt günstige Wohnungen und endlich ein richtiges Fussballstadion», so Stadtrat Daniel Leupi.

Siegerprojekt «Ensemble»

Das Projekt auf dem 55'000 Quadratmeter grossen Hardturm-Areal heisst «Ensemble» und stammt von den Investoren HRS, Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse sowie der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ). Es war im Juni 2016 aus einem Investorenwettbewerb hervorgegangen. «Ensemble» gliedert sich in drei Teilprojekte: Ein neues Fussballstadion (Baufeld B), 174 gemeinnützige Wohnungen (Baufeld A) sowie rund 600 private Wohnungen (Baufelder C und C1). Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Das neue Stadion soll ein reines Fussballstadion sein und in erster Linie von den beiden Zürcher Clubs GCZ und FCZ genutzt werden. Ein städtischer Betriebsbeitrag an das Stadion ist laut Mitteilung nicht vorgesehen. Das Fassungsvermögen des Fussballtempels liegt bei rund 18'000 Zuschauern für nationale Meisterschaftsspiele sowie rund 16'000 Zuschauern für internationale Spiele. Finden keine Spiele statt – das wird an etwa 320 Tagen im Jahr der Fall sein –, soll das Stadion und vor allem sein Sockelbereich mit Gastronomie oder Kleinläden zur Belebung des Quartiers beitragen. Der Bau schlägt mit 105 Millionen Franken zu Buche, Investor ist die HRS Investment AG. Um das Stadion herum gibt es drei Plätze. Sie sollen «ein wichtiger Alltags- und Erholungsraum für das Quartier und an Spieltagen ein Treffpunkt für die Fans» werden.

Die 600 geplanten privaten Wohnungen im mittleren Preissegment werden in zwei Hochhäusern untergebracht. In den Sockelgeschossen sind bis und mit dem vierten Obergeschoss Atelier- und Gewerbeflächen vorgesehen. Sie sollen an kleine und mittlere Betriebe aus Gastronomie, Handwerk, Gesundheit, Bildung und Sport vermietet werden und auch öffentlich zugänglich sein. Dadurch, so heisst es in der Mitteilung, trügen sie zusätzlich zur Bewegung des Quartiers bei.

Das dritte Teilprojekt sieht 174 Wohnungen mit Wohnraum für rund 500 Personen vor. «Eine freitragende 4,5-Zimmer-Wohnung mit 94 Quadratmetern kostet rund 1650 Franken pro Monat einschliesslich Nebenkosten», schreibt die Stadt. Ein Drittel der Wohnungen werde zusätzlich subventioniert. Auf diesem Baufeld soll es auch einen Doppelkindergarten, einen Gemeinschaftsraum sowie Atelier- und Gewerbeflächen im Erdgeschoss geben. (mt/pd)