«Findlinge» aus Valser Quarzit

«Findlinge» aus Valser Quarzit

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Mit dem Projekt «rocksresort» entsteht an der Talstation in Laax ein grosses Hotel-Resort. Der Um- und Neubau umfasst in drei Bauetappen elf neue Bauten mit rund 1000 Betten. Das Investitionsvolumen beträgt circa 100 Millionen Franken.
 
Seit Baubeginn im April 2007 ist das Interesse am «rocksresort» gemäss Aussagen der Bauherrschaft ungebrochen. Im Endausbau wird das Resort 160 Appartements, 85 Hotelzimmer sowie diverse Geschäfte und gastronomische Betriebe beherbergen. «Mit dem Bau des ‹rocksresort› erfüllen wir klar die Bedürfnisse unserer Gäste, die in einem Winterresort auf trendiges Wohnen nicht verzichten möchten», äusserte sich Reto Gurtner, CEO der Weissen Arena Gruppe, bei Baubeginn zum Projekt. Rechtzeitig auf die Wintersaison 2007/08 stand die neue Parkgarage direkt unterhalb der Überbauung mit insgesamt 700 Parkplätzen zur Verfügung. Ein Jahr später waren die ersten zwei Häuser zur Vermietung bereit. Und pünktlich zum Start in die Wintersaison 2009/10 sind weitere fünf Gebäude bezugsbereit. Damit stehen mit den zwei im Vorjahr eröffneten Häusern insgesamt 102 Appartements zur Verfügung, davon 93 mit vier Betten und neun mit acht Betten. «Buy to use and let» heisst das Nutzungskonzept der Wohnungen. Die Investoren kaufen ein Appartement und stellen es, wenn sie es nicht gerade selber bewohnen, als Mietobjekt zur Verfügung. Alle organisatorischen Aufgaben wie Unterhalt und Vermietung übernimmt die Weisse Arena Gruppe. In der ersten Wintersaison konnte eine Auslastung von 80 Prozent erreicht werden.

Moderne Architektur von der Natur inspiriert

Für das anspruchsvolle Projekt direkt an der Talstation in Laax konnten die Architekten Domenig und Domenig aus Chur gewonnen werden. Sie fügten den Komplex in die Umgebung und setzten mit der kubischen Form der einzelnen Bauten klare Akzente. Wie zufällig sind die minimalistischen Würfel unterschiedlicher Grösse um einen zentralen Platz gruppiert. Damit nehmen die Architekten Bezug auf den grössten alpinen Bergsturz aller Zeiten, den Flimser Bergsturz vor 10 000 Jahren. Die neuen Steinquader-Bauten liegen wie Findlinge am Fusse des Crap Sogn Gion. Wie der Name «rocks» vermuten lässt, spielt Stein als Material eine grosse Rolle. Die Aussenfassaden bestehen aus massivem, gebrochenem Valser Quarzit. Die Flächen sind durchsetzt mit Holzfenstern aus Eiche. Hinter den Fassaden verbergen sich ein Hotel, Appartements, Restaurants und diverse Geschäfte. Im Kontrast zum Äusseren werden im Inneren helle, feine Materialien verwendet. Unbehandeltes Eichenholz, Kalk, Beton sowie aufeinander abgestimmte Textilien sollen eine gleichermassen spannende und entspannende Atmosphäre schaffen. Hochwertige Design-Objekte von Cassina setzen sowohl im Essbereich wie auch im Wohnbereich Akzente und betonen den angestrebten hohen Qualitätsanspruch des Projekts. Im Schlafzimmer sorgen unbehandeltes Eichenholz und helle Leinen für eine behagliche Atmosphäre. Für die Architekten war es eine grosse Herausforderung, mit ihrer Architektur und den wertvollen Materialien nicht nur die Bedürfnisse der heutigen Generation, sondern auch die möglichen Bedürfnisse der zukünftigen Generation zu erfüllen. Das Resort ist bereits heute «Member of Design Hotels».

2480 Tonnen Valser Quarzit für die Fassaden

Den Architekten des «rocksresort» war es wichtig, nur wenige, aber dafür echte Materialien aus der Gegend zu verwenden. Ein spezielles Gepräge geben der Überbauung die Fassadenflächen mit gebrochenem Valser Quarzit. Je nach Lichteinfall wechseln die Fassadenflächen ihren Grauton und ihre Charakteristik. Die optische Erscheinung der sieben Gebäude verändert sich deshalb im Laufe des Tages immer wieder. Der im Valser Steinbruch der Familie Truffer abgebaute Quarzit wurde für die Sichtfläche gegen das Lager gebrochen, die übrigen Seiten sind alle gesägt. Die Schichthöhe misst zwölf Zentimeter, die Steindicke beträgt elf Zentimeter und die Länge der Steine variiert zwischen 50 und 130 Zentimeter. Die Oberfläche der gebrochenen Sichtfläche sieht sehr felsig aus, was optisch noch verstärkt wird durch die fast nicht sichtbaren Fugen. Dank des präzisen Schneidens der einheitlichen Schichthöhen konnten diese Fugen sehr dünn gehalten werden. Rund 2480 Tonnen Valser Quarzit wurden bisher für die massive Fassadenausführung nach Laax geliefert.

Minergie Standards erfüllt

Für das «rocksresort» wurden zwei unterschiedliche Grundrisstypen und Wohngrössen konzipiert. Zur Wahl stehen entweder ein Appartement mit vier Betten und 55 bis 60 Quadratmetern oder mit acht Betten und 115 bis 120 Quadratmetern Grundrissfläche. Zur effektvollen Innenarchitektur gehört auch der Nassbereich. Der Valserstein mit geschliffener Oberfläche dominiert den Wellnessbereich, ausgestattet mit Dampfbad und Regenwalddusche. Auf Wunsch bietet das «rocksresort» auch einen umfassenden Vier-Sterne-Service. Sämtliche Leistungen des angeschlossenen Signinahotels stehen den Gästen zur Verfügung. Damit können die Freiheiten eines Ferienappartements mit dem Komfort eines Vier-Sterne-Hotels kombiniert werden. Neben der konsequenten Verwendung naturnaher Materialien aus der Region erfüllen alle Appartements die aktuellen Minergie-Standards. Eine zentrale Holzschnitzelheizung sorgt für die notwendige Wärme. Zusätzlich wird die Abwärme von Hotel- und Bahnanlagen für die Beheizung der Gebäude genutzt.

Ein Projekt gegen kalte Betten

Das «rocksresort» verfügt über ein neuartiges Nutzungskonzept. Die seit dem 15. Juli vorliegende Genehmigung als Betriebsstätte machte den Weg frei für den Verkauf nach dem Konzept «Buy to use and let». Investoren, die ein Appartement kaufen, werden im Grundbuch als Eigentümer eingetragen, stellen ihre Wohnung aber gleichzeitig als Mietobjekt zur Verfügung. Das Pooling-Modell der Mieteinnahmen garantiert die Refinanzierung. Die Weisse Arena Gruppe übernimmt dabei die gesamte Abwicklung. Die Eigenbelegung durch den Eigentümer ist während der Hauptsaison auf drei Wochen beschränkt. In der restlichen Zeit ist sie unbegrenzt. Mit diesem Nutzungskonzept wird garantiert, dass die neu geschaffenen Kapazitäten langfristig kommerziell genutzt werden. Die Wochenmiete eines Vierbett-Appartements (Sonntag bis Sonntag) beginnt bei 819 Franken, beim Achtbett-Appartement bei 1645 Franken.
 
Mit der Fertigstellung von fünf weiteren Häusern bis im November dieses Jahres sind sieben der elf geplanten Neubaukuben realisiert. Die dritte Bauetappe mit den verbleibenden vier Häusern wird voraussichtlich 2010 gebaut. Im Winter gilt Laax mit seinen 220 Pistenkilometern, Snowparks und Halfpipes als eine der schneesichersten und sonnenreichsten Destinationen in Europa. Über eine Million Besucher zählt das Skigebiet jährlich.  (Peter Rahm)