Damit die Ruderer nicht mehr auflaufen

Damit die Ruderer nicht mehr auflaufen

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Teaserbild-Quelle: zvg
Am Luzerner Rotsee sollen ein neues Ruderzentrum und ein Zielturm gebaut werden, damit dort auch internationale Regatten stattfinden können. Zudem ist eine Aufwertung der Uferzonen geplant. Für die Gebäude zeichnen die Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten aus Zürich verantwortlich.
 
 
Der Luzerner Rotsee ist als Regattasee im Rudersport weltbekannt. Als Luzern 2007 für die Austragung der Ruderweltmeisterschaften kandidierte, stach das slowenische Bled die Schweizer Mitbewerberin aus. Grund waren die veralteten und ungenügenden Wettkampfstrukturen am Rotsee. So brauchen internationale Ruderregatten heute einen Zielturm mit bis zu 18 Arbeitsplätzen für Zeitmessung und Eventregie. Und auch im Ruderzentrum selbst ist der Raum zu knapp. Zudem ist das Gebäude energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand.
 
In der Folge gaben Kanton und Stadt Luzern sowie die Gemeinde Ebikon und der Regattaverein beim Aargauer Planungsbüro Metron eine Studie in Auftrag, die die Bedürfnisse des Rudersports und die Ansprüche von Naturschutz, Freizeit und Erholung klären und miteinander in Einklang bringen sollte.
 
Vor diesem Hintergrund formierte sich der Verein Naturarena Rotsee, der schliesslich fünf Architekturbüros zu einem Studienauftrag für ein neues Ruderzentrum sowie einen Ruderturm einlud. Sieger wurden die Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten aus Zürich. Der Vorschlag habe städtebaulich mit seiner geschickten Eingliederung in die Situation überzeugt wie auch architektonisch mit einer klaren Gliederung und Anordnung der einzelnen Raumgruppen, was eine flexible Nutzung und Bespielung der Anlage erlaube, erklärt dazu Jurypräsident Remo Halter. Ferner lasse das Projekt die Rotseewiese frei. Zudem punktete der Entwurf wegen „der starken architektonischen Einheit von Ruderzentrum und Zielturm“.

Aufwertung der Uferzonen

Allerdings sind der Zielturm und das Ruderzentrum nur zwei von insgesamt vier Teilprojekten der Naturarena Rotsee, die aus 22 Einzelmassnahmen der Entwicklungsstudie zum Rotsee hervorgegangen sind. Bei den übrigen beiden Teilprojekten geht es einerseits um zusätzliche, ruderspezifische Infrastrukturen wie Zeitmessung und oder Stege, andererseits um die Aufwertung von Wegen und Uferzonen sowie um die allgemeine Erschliessung des Gebiets. Von Letzterem profitieren nicht nur die Ruderer sondern auch die Öffentlichkeit und vor allem die Natur. So wird die Uferlinie zwischen Rotseewiese und Zielgelände nach ökologischen Kriterien optimiert. Des Weiteren erhält der Platz eine zusätzliche Bepflanzung und am Ufer sind Sitzstufen geplant.

Zeitdruck wegen Ruderwelt 2016?

Noch stehen die Kosten nicht fest. Laut dem Verein Naturarena Rotsee dürfte der bisher geschätzte Investitionsrahmen von 16 Millionen Franken „eher knapp“ sein. Allein für die Bauten von Zielturm und Ruderzentrum sei nach aktuellem Planungsstand mit circa zwölf Millionen Franken zu rechnen. Weil die vier Teilprojekte gleichzeitig öffentliche und private Interessen abdecken, will sie der Verein als Public Private Partnership finanzieren. Zudem erwarten die Initiatoren seitens Stadt und Kanton noch mit einer finanziellen Unterstützung von elf Millionen. „Bis Ende Jahr wollen wir mit der Finanzierung so weit sein, dass wir den Auftag zur Detailplanung und Realiserung geben können. Ziel ist es, sämtliche Massnahmen auf die Ruderwelt 2016 zu realisieren“, sagt Naturarena-Rotsee-Geschäftsführer Cédric Habermacher. „Besonders beim Zielturm stehen wir unter Druck, weswegen wir ihn möglichst schnell realisieren wollen.“ (mai)
 
 

47.064568, 8.303175