Bielersee: SBB legen Pläne für Ligerztunnel auf

Bielersee: SBB legen Pläne für Ligerztunnel auf

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Teaserbild-Quelle: Roland Zumbuehl, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org
Bielersee: SBB legen Pläne für Ligerztunnel auf

Anfang nächstes Jahr führen die SBB die Planauflage zur Spurverdoppelung zwischen Schafis und Twann durch. Dazu gehört auch der Bau des rund zwei Kilometer langen Ligerztunnels. Das Infrastrukturprojekt schlägt mit Kosten von 406 Millionen Franken zu Buche.

Twann am Bielersee.
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Roland Zumbuehl, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Twann am Bielersee.

Die Bahnstrecke zwischen Schafis und Twann am Nordufer des Bielersees ist der letzte Einspurabschnitt auf der Jurasüdfusslinie. Die Züge können dort nicht kreuzen, was etwa den Halbstundentakt zwischen Neuenburg und Biel verhindert. Mit dem Ausbau auf zwei Spuren soll das Nadelöhr beseitigt werden. Wie die SBB in einer Mitteilung schreiben, legen sie das Projekt Anfang nächstes Jahr in den betroffenen Gemeinden La Neuveville, Ligerz, Twann und Cornaux während 30 Tagen öffentlich auf. Informationsanlässe dazu finden in diesen Tagen statt.

Das Projekt beinhaltet einen doppelspurigen, 2,1 Kilometer langen Tunnel mit Portalen in Schafis und Kleintwann. Die Strecke verläuft parallel zum bestehenden Strassentunnel und verfügt über vier Zugänge zu dessen Fluchtstollen. Auf einer Länge von zehn Kilometern sind ausserdem diverse Erneuerungs- und Unterhaltsarbeiten geplant. Aus Rücksicht auf den Landschaftsschutz werden die Portale und Stützmauern mit Trockenmauern verkleidet. Ebenfalls ins Projekt integriert sind laut SBB der Grundwasserschutz und die Bewahrung archäologischer Fundstätten.

Der Ligerztunnel soll Ende 2025 in Betrieb gehen. Danach wird das bestehende Bahntrasse von 1861 rückgebaut, wodurch am Seeufer rund 31‘000 Quadratmeter frei werden. Diese Flächen sollen in Grünzonen, Rebzonen und Zonen für die öffentliche Nutzung umgewandelt werden.

Ebenfalls Teil des Projekts ist der Umbau des Bahnhofs Twann, damit auch Personen mit eingeschränkter Mobilität Zugang zu den Zügen haben. Deshalb wird für ein ebenerdiges Ein- und Aussteigen der Perron erhöht. Ausserdem soll er ein Dach erhalten. Das alte Bahnhofgebäude aus Beton soll abgerissen werden, um den neuen Bahnhof besser ins historische Dorf einzubinden. Auch eine neue Umsteigeplattform Bahn/Bus ist vorgesehen.

Die Kosten für das Gesamtprojekt beziffern die SBB auf 406 Millionen Franken. Finanziert wird es aus dem neuen Bahninfrastrukturfonds, den die Stimmbevölkerung 2014 mit der Fabi-Vorlage angenommen hat. Der Zeitplan sieht von Januar 2019 bis Mitte 2020 die Planauflage, das Bauprojekt und die Ausschreibung vor. Anschliessend folgen bis Ende 2025 die Bauarbeiten. (mt/pd)