Sprayern den Spass verderben

Sprayern den Spass verderben

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In der Stadt Luzern werden Graffiti an Bauwerken konsequent entfernt. Die Aktion «sprayfrei – saubere Fassaden in der Stadt Luzern» bezeichnen die Behörden als Erfolg. Nun wird die Aktion eine feste Einrichtung und auch auf das benachbarte Littau ausgedehnt.
 
Die Aktion «sprayfrei – saubere Fassaden in der Stadt Luzern» wird nach zwei Jahren Probezeit ab Juni 2009 zur festen Dienstleistung – zunächst befristet auf fünf Jahre. Zudem wollen die Behörden die Aktion auch auf Littau ausdehnen. Im Mai 2007 hatten die Luzerner Sicherheitsdirektion sowie die «luzernermaler», der Malerunternehmerverband Luzern und Umgebung, die Aktion lanciert.
 
An ihrer dritten Pressekonferenz zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Die Initiative «sprayfrei» ermöglicht allen Liegenschaftenbesitzern eine rasche und kostengünstige Entfernung von Sprayereien an ihren Gebäuden. 15 Firmen der «luzernermaler» garantieren nämlich innerhalb von 48 Stunden nach der Kontaktierung eine fachgerechte Beseitigung der Graffiti und gewähren zudem einen Preisnachlass von 50 Prozent auf die Arbeitskosten. Die Betroffenen können eine Hotline wählen, die Polizei benachrichtigen oder sich direkt an den Malerbetrieb wenden. Allein in der Stadt Luzern werden die Schäden an Gebäudeflächen auf über 100 000 Franken pro Jahr geschätzt.
 
Seit Mai 2007 wurde das Angebot mit über 90 Sanierungen beziehungsweise einer Fläche von 1900 Quadratmetern rege genutzt. Einerseits sind nach einer raschen Entfernung eines Graffito die Schäden geringer, andererseits können die Täter nicht mehr mit einer dauerhaften Bewunderung ihrer «Werke» rechnen beziehungsweise mit dem Gefühl, die Bürger erfolgreich zu erbosen. «In der Regel reicht eine zwei- bis dreimalige Reinigung und die Fassaden bleiben sauber», sagt Maurice Illi von der Sicherheitsdirektion der Stadt Luzern.
 
Illi sieht in der schnellen Entfernung von Graffiti eine wirkungsvolle Prävention. Als Erfolg wertet er auch die Tatsache, dass Sprayereien vermehrt gemeldet würden.

Verzierung mit Meerestieren

«Sprayfrei» ist manchmal auch mehr als das blosse Reinigen und Übermalen Graffiti-verschmierter Flächen. In einer Unterführung beim Schulhaus Würzenbach in der Nähe des Verkehrshauses sind Kinder intensiv daran, eine hellblaue Fläche mit Meerestieren zu verzieren. Lehrer im benachbarten Schulhaus Schädrüti hatten sich dazu inspirieren lassen, gleichsam im Sinne einer Frühprävention, ein Malprojekt zu starten. «Wir lassen alle Klassen malen, denn das ganze Schulhaus wie auch die Bewohner des Quartiers waren von der verunstalteten Unterführung gar nicht angetan oder störten sich massiv daran», sagt die Lehrerin Tina Rohrer.
 
Guido Durrer, Präsident der luzernermaler, beziffert die Kosten für die Arbeiten an der Unterführung – rund 150 Quadratmeter – auf etwa 2000 Franken, was rund drei Arbeitstagen von zwei Malern entspreche. «Am einfachsten ist es, eine leicht gestrichene Fassade zu behandeln. Am heikelsten sind Granit oder Sandstein. Hier braucht es eine aufwendige Spezialreinigung. Auch bei der Unterführung war eine besondere Reinigung nötig, darauf kam ein Isoliergrund, danach die blaue Farbe.» Wichtig sei die Beurteilung des Materials, sagt Durrer. Die Teilnahme an «sprayfrei» sei übrigens für jede Firma freiwillig, sagt Durrer, «auf alle Fälle ist ‹sprayfrei› für uns eine gute Marketing-Aktion». «Sprayfrei» stösst auch an andern Orten des In- und Auslands auf Interesse. Kürzlich besuchte eine Delegation aus Neuenburg Luzern – wie es hiess, auf Empfehlung von Zürich.