Private Bauherren als wachsendes Kundensegment

Private Bauherren als wachsendes Kundensegment

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Teaserbild-Quelle: Robert Stadler / zvg
Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Ökologie ganz allgemein – das sind die heute (fast) alles beherrschenden Themen im privaten Hausbau. Die 41. «Bauen & Modernisieren» und die parallel dazu veranstaltete 3. Eigenheimmesse Schweiz in Zürich belegten dies erneut. Die Besucher kamen in Scharen Normal 0 21 false false false MicrosoftInternetExplorer4 /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman"; mso-ansi-language:#0400; mso-fareast-language:#0400; mso-bidi-language:#0400;}  und mit klaren Vorstellungen.
 
 
Die «Bauen & Modernisieren» ist in erster Linie eine Publikumsmesse für private Bauinteressierte. Dass sie inzwischen aber einen guten Ruf auch in der Fachwelt und in der Politik geniesst, zeigt sich allein schon an den illustren Gästen und Referenten, die der Messe und ihren Begleitveranstaltungen zunehmend ihre Referenz erweisen. Dazu zählten diesmal als unbestrittene «Stars» der weltberühmte englische Architekt Lord Norman Foster sowie André Piccard und André Borschberg, die Entwickler des Solarflugzeugs Solar Impuls (Bericht über die Solarpreis-Verleihung im «baublatt» 36/2010).
 
An der Eröffnungsfeier sprach unter anderem Nationalrat Hans Killer, designierter Präsident von «bauenschweiz», der Dachorganisation der gesamten Schweizer Baubrache. Auch seine Präsenz lässt sich als Zeichen dafür deuten, dass die «Bauen & Modernisieren» erhöhte Akzeptanz ausserhalb des eigentlichen Zielpublikums findet. Für Hans Killer nimmt der private Hausbau in der Baubranche einen sehr wichtigen und noch weiter wachsenden Stellenwert ein. «Bauen und schönes Wohnen liegen klar im Trend», sagte er. «Viele sind heute bereit, in ihr Wohnobjekt zu investieren und dafür Geld auszugeben».
 
Dass der private Hausbau zurzeit so stark boomt, hat viel mit der starken Zuwanderung von überwiegend gut verdienenden und kaufkräftigen Ausländern zu tun. Auf diesen Zusammenhang wies Rudolf Steiner, der Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes HEV, in seinem Referat hin. Ein wichtiger Faktor sei aber auch, dass viele Hausbesitzer mit energetischen und anderen Sanierungen sowie mit «Lifestyle-Ergänzungen» wie Wellness-Oasen, Kochinseln oder Schwimmteichen den Wert ihrer Liegenschaften nachhaltig zu steigern gewillt seien. Noch nie wurde es privaten Bauherrschaften so leicht gemacht, in die Gebäudesanierung zu investieren, wie Fadri Ramming, Generalsekretär der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK), in einer Zwischenbilanz über das seit Anfang 2010 laufende zehnjährige «Gebäudeprogramm» darlegte. Dieses Programm fördert schweizweit die energetische Sanierung der Gebäudehülle und in den meisten Kantonen den Einsatz erneuerbarer Energie sowie die Abwärmenutzung und die Haustechnik. Laut Ramming konnten von den 14 000 eingereichten Gesuchen mit Stand Ende August 2010 bereits 7500 bewilligt werden, eine Zahl, die inzwischen wohl schon deutlich höher liegt.

 

Was Aussteller sagen

Um die praktische Umsetzung von Wohnträumen, Renovierungsplänen und energetischen Massnahmen ging es auf der Messe selbst. Rund 600 Aussteller zeigten dazu eine Fülle von bewährten und auch zahlreiche neue Ideen und Anregungen. Vertiefte Informationen erhielt man an 14 Sonderschauen und in über 60 Fachvorträgen. André Biland von der organisierenden ZT Fachmessen AG in Birmenstorf zeigte sich nach Abschluss der Messe sehr zufrieden, wenn auch der Rekord von über 40 000 Eintritten vor zwei Jahren diesmal knapp verfehlt wurde. Architekten und Planer und besonders die Bauherrschaften selber seien mit klar definierten Beratungs- und Informationswünschen an die Messe gekommen, sagte Biland, und das sei viel entscheidender als die Höhe der Besucherzahl (siehe «Nachgefragt»).
 
Und was sagen die Aussteller selbst? Auch sie zeigten sich sehr zufrieden, wie eine kleine Stichprobe des «baublatts» bei einzelnen ausstellenden Firmen ergab. So sprach etwa Edwin Good von der Rufalex Rollladen Systeme AG, Kirchberg BE, am Stand der Minergie Schweiz von einer «Supermesse». Sein Unternehmen bietet verschiedene Sonnenschutzsysteme aus Eigenproduktion an. Eine in Zürich präsentierte Neuheit ist der Einheitssturz «Ecomont 16+» für den Einbau von Rollläden in Neubauten. Er ermöglicht es, das passende Sonnen- und Wetterschutzsystem ohne Produktbeschränkungen (Rollladen oder Lamellen) erst am Ende der Bauphase auszuwählen – ohne dass dabei Mehrkosten oder Komplikationen entstehen. «Mit dieser Innovation wird der Hausbau nicht nur vereinfacht, sondern auch nachhaltiger gestaltet», erklärt Good, «denn die aussen liegenden Systeme bei diesem Produkt garantieren eine bessere Isolation der Fenster im Sturzbereich». Neu ist auch ein Modell für Renovationen mit zusätzlicher spezieller Isolation im Sturzbereich. Das Interesse an diesen Produkten sei enorm gewesen, sagte Good. Es habe sich gezeigt, dass die privaten Bauherren aufgrund nicht zuletzt von Renditeüberlegungen viel eher an hochwertigen und unterhaltsarmen Rollladensystemen interessiert seien als die Architekten. Deshalb sei die «Bauen & Modernisieren» für ihn die richtige Messe.
 

Hoher Anteil an Privatkunden

Ähnlich die Aussagen von Ruedi Heim von der Geschäftsleitung der Kifa AG, Aadorf TG, die den Ausstellungsschwerpunkt auf ihren Geschäftsbereich Systembau gelegt hatte. «Wir waren erst das zweite Mal an dieser Messe und hatten zu etwa 80 bis 85 Prozent Privatkundenbesuch», berichtet er. «Die meisten Besucher hatten konkrete Baupläne und zeigten sich sehr interessiert und gut informiert». Für sein Unternehmen seien Privatkunden bisher kaum ein Zielpublikum gewesen, doch das könnte sich nach den diesjährigen Erfahrungen möglicherweise ändern. Noch nie habe er nämlich an einer Messe eine derart grosse Resonanz mit so intensiven und konkreten Gesprächen erlebt, wie hier. Besonderes Interesse fand der Kifa-Systembau nach Minergie-Standard. Dank einer geschickten Materialkombination aus Beton, Eisen und Holzfassadenelementen sind damit nicht nur mehrgeschossige Bauten möglich, sondern es ergeben sich auch hervorragende Wärmedämm- und Schallwerte.
 

Konkurrenz in Volketswil?

Simone Roth, Assistentin Center Manager der vor elf Monaten in Volketswil eröffneten «bauarena», stellte an einem Gemeinschaftsstand mit der Hans Eisenring Küchenbau AG, Sirnach TG, den Besuchern die grösste permanente Baufachausstellung der Schweiz vor. Inzwischen sind dort über 140 Unternehmen eingezogen, darunter auch der genannte Küchenbauer, der im Mai seine neue Ausstellung hier eröffnet hat. Ist die «bauarena» eine Konkurrenz für die etablierten Fachmessen, wie die «Bauen & Modernisieren»? «Nein», meint Simone Roth dazu, «aber sicher eine wertvolle Ergänzung. Im Gegensatz zu einer zeitlich auf wenige Tage beschränkten Fachmesse ist unsere Ausstellung in Volketswil während 300 Tagen im Jahr geöffnet. Es kommt vor, dass Bauinteressierte eine allgemeine Baumesse besuchen, und später, wenn die Pläne dann konkreter werden, in die bauarena kommen, um sich detailliert beraten zu lassen.» Robert Stadler