Peru: Deutsche Architekturstudenten planen "Centro Comunal" in Lima

Peru: Deutsche Architekturstudenten planen "Centro Comunal" in Lima

Teaserbild-Quelle: IRGE / Universität Stuttgart

Die "informelle" Siedlung Alto Peru in Lima erhält ein neues Gemeinschaftszentrum. Dieses wurde von Stuttgarter Architekturstudenten in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren geplant. Die Studenten mussten dafür in eine andere Welt eintauchen und die Bedürfnisse und Probleme der Anwohner kennenlernen.

Im Quartier Alto Peru in der peruanischen Hauptstadt Lima entsteht derzeit ein neues Gemeinschaftszentrum. Das "Centro Comunal" soll den Anwohnern künftig einen öffentlichen Speiseraum und eine Kindertagesstätte bieten.

Die Grundlagen für den Entwurf und die Realisierung des Projekts legten zwölf Architekturstudenten der Universität Stuttgart im Rahmen einer "Summerschool", die von der gemeinnützigen, deutschen Sto-Stiftung gefördert wird. Ziel des Projekts ist ein nachhaltiger Beitrag zur Integration und Aufwertung des informellen Stadtviertels Alto Peru.

Lokale Bedingungen verstehen

Als informelle Viertel werden Siedlungen bezeichnet, die ungeplant und in einfachster Art und Weise entstehen. Im Rahmen der zweiwöchigen Summerschool setzten sich die Studenten mit diesen lokalen Bedingungen auseinander. In nachbarschaftlichen Workshops entwickelten sie ein Verständnis für die tatsächlichen Bedürfnisse, Potenziale und Konflikte der Siedlung.

Lima bestehe zu 80 Prozent aus informellen Siedlungen, die Architekturlehre an peruanischen Universitäten sei teilweise jedoch weit entfernt von dieser Realität, bedauert die Sto-Stiftung in ihrer Medienmitteilung. Deshalb hätten auch peruanische Studenten am Projekt teilgenommen. Im Austausch mit den europäischen Studenten habe ein aktiver Diskurs zur sozial engagierten Architektur stattgefunden.

Bedarfsorientierte Arbeitsweise

Mit Hilfe von Recherchen zur historischen Entwicklung Limas, Expertenvorträgen lokaler Architekten, partizipativen Nachbarschaftsworkshops und dem Besuch von Referenzprojekten wurde ein bedarfsorientiertes Raumprogramm erstellt. Dazu gehört ein Nutzungs- und Planungskonzept für die Kindertagesstätte, die in das "Centro Comunal" integriert ist.

Mit der Fertigstellung des architektonischen Entwurfes, welcher von den Studenten im Sommersemester 2018 in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren erarbeitet wurde, ist das Projekt nun bereit für die Realisierung.

Anbindung an die "formale Stadt"

Initiiert wurde das Projekt vom deutsch-peruanischen Architekturkollektiv "IntuyLab", begleitet wird es von der Hilfsorganisation "AltoPeruSurf". Die Sommerschool ist zudem Teil eines Masterplans für die städtebauliche Entwicklung des Viertels. Die Siedlung ist ein Pilotprojekt für die Anbindung informeller Viertel an die "formale Stadt" und soll eine Referenz für ähnliche Vorhaben werden, wie die Sto-Stiftung schreibt. (mgt/nsi)

Sto-Stiftung: Summerschool und Buch zum Download

Neben dem Workshop in Alto Peru fördert die Sto-Stiftung seit 2010 jährlich mehrere Summerschools für den Nachwuchs. Ziel ist es, angehenden Architekten Soft Skills wie das Bewusstsein für kulturelle sowie regionale Gegebenheiten bei der Realisierung von Projekten an die Hand zu geben.

Ein Leitfaden für Studenten und Lehrende steht mit dem Buch "on going – Studierende bauen für die Gemeinschaft" frei zum Download zur Verfügung.