Millimetergenaue Kletterpartie

Millimetergenaue Kletterpartie

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Teaserbild-Quelle: Foto: Mike Staub

Die Montage der Gebäudehülle am „Park Tower“ in Zug ist anspruchsvoll. 1400 einzelne Elemente müssen präzise montiert werden, damit die Minergie-Fassade einwandfrei schliesst. Mit akribischer Vermessung, guter Logistik und einem eingespielten Team bleibt das Projekt im Terminplan.

Das höchste Gebäude im Kanton Zug wird immer besser sichtbar. Woche für Woche wächst am Rohbau des Park Towers die Fassade in die Höhe. „Für die Schweiz ist ein solches Gebäude sicher nicht alltäglich. Immerhin bauen wir hier Wohnflächen von etwa 70 Einfamilienhäusern auf der Grundfläche eines einzigen Hauses“, sagt Patrik Von Rotz, der als Projektmanager der Yuanda Europe AG für die Fassadenmontage verantwortlich ist. Gut drei Tage braucht sein Team, um die Fassadenelemente auf einem ganzen Stockwerk zu montieren.

Wer vom Bahnhof Zug aus die Montage beobachtet, sieht die Monteure in einer grosszügigen, beinahe luftigen Struktur arbeiten. Das liegt am besonderen Konzept des Tragwerks: Ein zentraler Erschliessungskern aus 40 Zentimeter starken Betonwänden sowie Fassadenstützen tragen die Geschossdecken und leiten die Lasten bis in die Fundation ab. Die Innenwände sind dagegen nicht tragend, dadurch ist ein ungewöhnlich flexibler Innenausbau möglich.

Der Park Tower wird nach Minergie-Standard gebaut, alle Wohnungen besitzen eine Komfortlüftung sowie eine Kühlung. Die Fassade besteht aus vorfabrizierten Elementen aus Aluminium. Die Aussenseite besitzt eine umlaufende Alu-Zarge, die Innenseite eine grosszügige Fensterbank. Insgesamt werden 1400 Elemente montiert, jedes davon wiegt um die 450 Kilogramm. Der Zeitplan ist durchaus sportlich: Erst im April wurde mit der Montage der Unterkonstruktion begonnen, im September wollen die Fassadenbauer bereits die letzten Elemente montieren. (Michael Staub)