Maschinensteuerungen: Baggern mit dem Computer

Maschinensteuerungen: Baggern mit dem Computer

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Maschinensteuerungen für Bagger versprechen effizienteres Arbeiten, präzisere Ergebnisse, wollen den Maschinisten entlasten und dem Bauunternehmer den Personaleinsatz optimieren. Unsere Marktübersicht zeigt die aktuellen Systeme der drei in der Schweiz gängigen Anbieter.

«In Skandinavien kommt heute schon auf jeden zweiten Bagger eine Steuerung», schildert Sebastian Maffini, Geschäftsführer der SITE.ch Schweiz AG, die Popularität der Baumaschinensteuerungen für Bagger in den nordischen Gefilden. In der Schweiz sei man noch nicht ganz so weit, aber: «Ich schätze, dass von den neu ab Werk gelieferten Baggern rund 20 bis 30 Prozent mit einer Steuerung ausgestattet sind.» Baumaschinensteuerungen, funktional eigentlich als Steuermesssysteme zu bezeichnen, ermöglichen effizientere und präzisere Arbeit vor allem bei terminkritischen und geometrisch komplexen Projekten. Auf dem Bagger unterstützen sie je nach Variante die unterschiedlichsten Aufgaben wie Aushub, Verfüllung, Planie oder Erstellen von Böschungen. Die Steuerungen stammen üblicherweise nicht von den Baumaschinenherstellern selbst, sondern von spezialisierten Anbietern aus der Vermessungsbranche. In der Schweiz sind die Produkte von Leica Geosystems, Topcon (vertreten durch Fieldwork) und Trimble (vertreten durch «SITE.ch») gebräuchlich.

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Die Baggersteuerung unterstützt den Maschinisten bei seiner Arbeit, sie ist kein Überwachungstool.


Von 2D zu 3D
Baumaschinensteuerungen gibt es als 2D- und 3D-Variante. Bei einer 2D-Steuerung teilt das System dem Maschinisten anhand einer lokalen Höhenreferenz laufend die passende Korrektur für die Höhenpositionierung des Löffels mit. Dazu dient bei den aktuellen Modellen ein 2D-Display mit Schnittdarstellung, ergänzt durch akustische und optische Signale, etwa in Form eines Lichtbalkens am Rand des Displays. Die Höhenreferenz kommt von einem auf der Baustelle plazierten Rotationslaser, der Bagger ist mit dem entsprechenden Laserempfänger ausgerüstet. Die tatsächliche Höhe der Schnittkante ermittelt die Steuerung mit Hilfe von Neigungs-, Rotations- oder Ultraschallsensoren, die an Ausleger, Stiel und Löffel angebracht sind. 2D-Steuerungen kümmern sich somit nur um die Höhe; die Position des Baggers im Gelände wird nicht berücksichtigt. Eine 3D-Steuerung erfasst zusätzlich zur Höhe der Werkzeugkante auch die genaue Position des Baggers. Der Maschinist erhält zu jedem Zeitpunkt die exakten Lage- und Höheninformationen und kann seine Maschine auf der Baustelle frei bewegen. Die Steuerung basiert auf Positionsdaten, die von einem satellitengestützten Navigationssystem (Global Navigation Satellite System, GNSS) an den meist im Display integrierten Rechner an Bord des Baggers übermittelt werden. Der Bagger ist dazu mit zwei etwas voneinander entfernten GNSS-Antennen ausgestattet – durch den Vergleich der Positionsdaten der beiden Antennen lässt sich nicht nur die Position der Maschine, sondern auch deren Ausrichtung feststellen. (Urs Binder)

Den ausführlichen Artikel lesen Sie im Baublatt 20 vom 20. Mai.

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