Kunst am Bau: Versteinerter Riesenschuh in der Turnhalle

Kunst am Bau: Versteinerter Riesenschuh in der Turnhalle

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Teaserbild-Quelle: zvg

Im Berner Stadtteil Kirchenfeld-Schlosshalde wurde eine neue Doppelturnhalle gebaut. Die Fassaden zieren sogenannte Sportfossilien: ein riesiger versteinerter Turnschuh, ein Springseil, so dick wie eine Boa und ein Ball ragen als Reliefs aus den Wänden.

Der Stadtteil Kirchfeld-Schlosshalde liegt in der Nähe des Berner Stadtzentrums. Entsprechend dicht besiedelt ist das Gebiet. Und entsprechend herrscht auch Platznot, namentlich bei Sporthallenflächen. Deshalb beschloss der Hochbau Stadt Bern (HSB) für die beiden Quartierschulhäuser Bitzius und Laubegg den Neubau einer Doppelturnhalle. Die Anlagekosten beliefen sich auf rund 16,5 Millionen Franken. Aus einem offenen Projektwettbewerb gingen wbarchitekten eth sia aus Bern hervor. Kürzlich wurde der neue Baukörper inklusive zwei zusätzlicher Unterrichtsräume fertiggestellt.

Sowohl die Stadt Bern als auch das siegreiche Architekturbüro wollten für das Gebäude aus Sichtbeton Kunst am Bau realisieren und schrieben einen Wettbewerb aus. Der Auftrag war, sogenannte „Sportfossilien“ zu gestalten. Die Künstlerin Isabelle Krieg aus Dresden konnte mit ihren Vorschlägen überzeugen, die nun im gesamten Gebäude auftauchen. Wie das Architekturbüro in einer Mitteilung schreibt, finden sich im Treppenhaus „Versteinerungen“ von typischen Turnhallen-Gegenständen: Sportbekleidung, Spiel- und Turngeräte. Da ragt ein versteinerter Riesenschuh aus der Wand, hier ein Springseil, das so dick wie eine Boa ist. Auch grosse Federbälle und ein Ball, „so gross wie eine untergehende Sonne“, finden sich an den Fassaden im Gebäudeinneren. Die Fossilien seien nicht separat angefertigt, sondern direkt mit dem eingebrachten Beton verarbeitet worden, heisst es. „Dafür wurden zuerst von Original-Sportartikeln jeweils D3-Scans hergestellt und ihre Tiefe auf 1,7 Zentimeter gestaucht – und dann als Negativ mittels einer CNC-Fräse in die Betonschalungs-Holzplatten gefräst“, erklären wbarchitekten. Beim Bau der Turnhalle wurden die Reliefs dann im selben Arbeitsgang wie die Wände gegossen. (mt/pd)