Kein Problem dank Kalk und Lehm

Kein Problem dank Kalk und Lehm

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Teaserbild-Quelle: Ben Kron
Zum zweiten Mal führte der Naturbaustoffhersteller HAGA einen "Naturputztag" durch. 170 Interessierte liessen sich von Fachleuten der Firma vorführen, welches die Stärken der ökologischen Materialien Lehm und Kalk sind.
 
Die zwei Mal 85 Plätze beim zweiten Naturputztag der HAGA waren rasch ausgebucht. "Etwa siebzig Anmeldungen mussten wir leider sogar ablehnen", berichtet Hansruedi Kaiser, der beim Naturbaustoff-Hersteller den Innendienst leitet und die Durchführung des Anlasses organisiert. Das Spektrum der Teilnehmer reicht vom Architekten und Baumeister über den Gipser, Maler und Restaurator bis zum Händler und Hobby-Handwerker.
 
In einer alten Militärhalle in Dagmersellen LU wurden den Teilnehmern an sechs Stationen der firmeneigenen Naturstoffe erläutert und vorgeführt: vom Grundputz bis zur Farbgestaltung, von der Naturisolation bis zur Feuchtesanierung, vom Lehmputz bis zur Verminderung von Elektrosmog. Als Instruktoren amten die Aussendienst-Mitarbeiter.
 
Gipsmaschine streikt
Der Postenlauf begann mit der einzigen nicht bemannten Station: einer Gipsmaschine, die vorführen sollte, die Dämmputz mechanisch aufgetragen wird. In der Kälte streikte die Mechanik aber bald und ein Mitarbeiter griff zum Traufel.
 
Station 2 widmet sich der Dämmung von Gebäuden, wobei eine Dämmplatte aus Kork, eine Mineraldämmplatte und eine sogenannte Klimaplatte für die Innendämmung vorgestellt wurden. Am dritten Posten führen Stéphane Flückiger und Koni Bieri vier Restaurationsputze vor, die dank unterschiedlichen Zuschlägen für verschiedene Verarbeitungen eingesetzt werden können. Am vierten Stand kamen Naturputze auf Kalkbasis im Innenausbau zum Einsatz, am fünften Stand wurde der Umgang mit Lehmbausteinen demonstriert.
 
Positives Fazit
Den Schluss bildeten die Ausführungen der Baubiologin und Chemikern Dr. Sigrid Mönkeberg. Sie referierte über die verschiedensten Arten von Schadstoffen, ihren Wirkungen auf den Organismus und die Möglichkeiten, diese Schadstoffe überhaupt messbar nachzuweisen.
 
Am Ende waren die Teilnehmer mit der Fülle der gebotenen Informationen sehr zufrieden. "Wir kennen Lehmputze und arbeiten viel mit diesen Produkten, aber es war trotzdem interessant", erzählen Deborah Stillhard und Patrick Caviezel von der Naturfarbenmalerei Schulz in Heiden AR. "Aber etwas Neues lernen kann man immer!" Auch der Architekt Markus Oeggerli, der beim Hochbauamt der Stadt Winterthur arbeitet, kennt das Material, kommt aber kaum je direkt damit in Kontakt: "Ich sehe die Materialien meist erst am Bau, wenn sie verarbeitet sind. Hier kann ich sie gewissermassen von A bis Z kennenlernen."
 
Auch das Fazit des Veranstalters ist positiv: "Verbessern kann man aber immer etwas. Wir haben deshalb Frageboden verteilt, um Anregungen fürs nächste Mal zu erhalten", so Hansruedi Kaiser. Denn auch wenn Zeit und Ort noch nicht feststehen: Der nächste Naturputztag kommt bestimmt. (bk)