Im Mittelpunkt steht der Student

Im Mittelpunkt steht der Student

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Teaserbild-Quelle: Florencia Figueroa
Seit vier Jahren organisieren die Architekturabteilungen der Berner Fachhochschule eine Ausstellung, an der die Studenten ihre Arbeiten vorstellen. Sinn und Zweck der Werkschau: dem Besucher die Studiengänge der Fachhochschule näher bringen.
 
Sie stechen einem sofort ins Auge: die überdimensional grossen Fotos der Architektur-Studenten, die abwechselnd auf eine Leinwand projiziert werden. Zu sehen waren die Fotos anlässlich der 4. Jahresausstellung «Transformationen. Architektur zur Disposition», die bis vor kurzem noch im Kornhaus in Bern stattfand und von den Architekturabteilungen der Berner Fachhochschule (BHF) organisiert worden war. Seit vier Jahren stellt die BHF einmal im Jahr die Arbeiten ihrer Architektur-Studenten und die der Abteilung Forschung und Entwicklung in einer Werkschau aus. Das Ziel dieser Werkschau: der Besucher soll die Architekturstudiengänge der BHF näher kennenlernen. Mit den vorgängig erwähnten Fotos wollte die Kuratorin Jeanette Beck der Ausstellung eine persönliche Note verleihen.
 

Geführte Ausstellung

Die Werkschau war in einem Saal installiert, der durch eine Holzwand in zwei Hälften geteilt war. «Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, eine geführte Ausstellung anzubieten», erklärt Beck.
 
Der Besucher musste also nur der Wand entlang gehen, um die Werkschau in ihrem vorgesehenen Ablauf zu sehen. Die Exponate waren an der Vorder- und Hinterseite angebracht.
 
Am Anfang der Ausstellung standen die Studiengänge der BHF im Fokus. Darauf folgend kamen dann mit den Werken der Erstsemester die ersten Projekte der Studenten zum Vorschein. Thema dieser Werke waren unter anderem Statik, Bausystematik und neue Techniken. Die Transformation als Thema wurde erst auf der Rückseite der Wand behandelt. Und zwar mit den Werken aus dem ersten Studienjahr bis zur Abschlussarbeit des Masterstudiengangs.
 

Transformation im Mittelpunkt

Transformation im architektonischen Sinn bedeutet, dass man ein Gebäude im Zuge einer baulichen Erneuerung einer neuen Nutzung überführt. Zum Beispiel werden aus alten Wohnhäusern Sozialwohnungen, aus Mietwohnungen luxuriöse Eigentumswohnungen und aus Industriehallen schöne Lofts. Die Aufgabe der Studenten bestand nun darin aufzuzeigen, wie ein Gebäude oder ein Areal sinnvoll umfunktioniert werden kann. So versuchten die Jungarchitekten, alte Brachen wie ehemalige Bahnhöfe und Militärareale zu neuem Leben zu erwecken. Ebenfalls einer neuen Nutzung überführt wurden einzelne Gebäude, wie zum Beispiel ein alter Silo, der nun zum Wohnhaus geworden ist.
 
Dass sich die Studenten mit der Transformation auseinandersetzten, ist kein Zufall. Wie Beck ausführt, ist dieses Thema aktueller denn je. «Noch nie haben sich die Bedürfnisse der Wirtschaft und Bevölkerung so schnell geändert wie heute.» Für die Architektur hat diese Tatsache zur Folge, dass sie die Infrastruktur anpassen, sprich transformieren muss.
 
Neben den Arbeiten der Studenten wurden zudem verschiedene Workshops, Studienreisen und internationale Kooperationen vorgestellt, die während des Studiums absolviert worden sind. Vorträge, Diskussionen und Podien rundeten die Werkschau schliesslich ab. Florencia Figueroa