Ein Stromfresser weniger

Ein Stromfresser weniger

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Teaserbild-Quelle: Foto: Florencia Figueroa

Im Schnitt verbraucht ein Kran 250 Kilowattstunden pro Tag – dreimal so viel wie ein Durchschnittshaushalt. Die Bachmann AG Beringen hat nun einen Kran konstruiert, der durch das Absenken von Lasten Energie zurückgewinnen kann.

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Die Bachmann AG Beringen stellt als einziges Unternehmen in der Schweiz Krane her, die sie unter dem Label Swisscrane (im Vordergrund) vertreibt.

Man sieht nichts, hört nichts und trotzdem unterscheiden sich die Krane der Bachmann AG Beringen von anderen Kranen: Sie verbrauchen nicht nur Strom, sondern stellen auch welchen her. «Einen energieeffizienteren Kran findet man in der Schweiz derzeit nicht», so Mike Bachmann, Inhaber der Bachmann AG Beringen. Die Firma produziert als einziges Unternehmen in der Schweiz Krane. Unter dem Label Swisscrane vertreibt sie ihre Produkte – seit eineinhalb Jahren auch den Kran, der Strom zurückspeist.

«Die Idee, einen energieeffizienten Kran zu fabrizieren, ist nicht neu», räumt Andreas Ehrat ein, Montageleiter und geistiger Vater des einzigartigen Baugeräts. Schliesslich gelte der Kran gemeinhin als der grösste Stromfresser auf der Baustelle: Er verbraucht rund 250 Kilowattstunden pro Tag – dreimal so viel wie ein Durchschnittshaushalt. «Wollte man einen einzigen Kran mit Photovoltaik betreiben, bräuchte es dafür rund fünf Fussballfelder», veranschaulicht Bachmann den gigantischen Verbrauch. Die Stromrechnung fällt für die Bauherren entsprechend hoch aus. «Dass nach Sparmöglichkeiten gesucht wird, ist demnach nicht verwunderlich», so Ehrat.

Ein Kran verbraucht sehr viel Strom, weil er Hub­arbeiten verrichtet. Er hebt Baumaterial vom Boden der Baustelle auf eine höhere Stelle. Aus der aufgewendeten Kraft mal dem zurückgelegten Weg ergibt sich Energie, die gespeichert wird in der Last, die der Kran gehoben hat. Wird diese Last nun auf dem Boden gesenkt, wird die gespeicherte Energie freigesetzt. Bisher liess man den grössten Teil dieser Energie durch Widerstände im Kran verpuffen, weil die Technologie fehlte, um sie nutzbar zu machen. «Bei Seilbahnen ist es aber üblich, dass Überschüsse wiederverwertet werden», weiss Ehrat. Krane jedoch waren zu klein, um sie mit einer solch komplexen Technologie auszustatten. Mit dem Sinamics S120 Umrichtern von Siemens änderte sich dies.

Wie das System funktioniert, wird im folgenden Film von der Siemens AG und der Bachmann AG Beringen näher erläutert. (ffi)