Drohnen: Mit Flugrobotern aus der Luft inspizieren

Drohnen: Mit Flugrobotern aus der Luft inspizieren

Gefäss: 

Flugroboter bieten interessante Perspektiven für die Vermessung und das Geomapping, aber auch für industrielle Inspektionen. Die autonom fliegenden Drohnen oder UAV (Unmanned Aerial Vehicle) erledigen anspruchsvolle Aufgaben auch in schwer zugänglichem Gebiet – und erstellen eigenständig hochauflösende Luftaufnahmen.

Ein gutes Beispiel für die neue Generation der UAV ist der Aibot X6 des deutschen Herstellers Aibotix. Dieser robuste Hexakopter verfügt über sechs Motoren, drei links- und drei rechtsdrehende. Als stabiles System kann er, ähnlich einem Helikopter, seine Position in der Luft auf Wunsch konstant halten. Mit einem Leergewicht von 3,4 Kilo und einer maximalen Nutzlast von 2 Kilo, etwa einer digitalen Spiegelreflexkamera, erreicht der Aibot eine Arbeitsgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Ein Akkusatz hält die beladene Flugdrohne zwischen 8 und 15 Minuten in der Luft – und dies auch bei Winden von bis zu 40 Stundenkilometern oder bei leichtem Regen.

Die Flugroboter aus Kassel stossen nach Aussage des Herstellers auf sehr grosse Nachfrage. Dies wohl nicht zuletzt deshalb, weil sie sich auch für industrielle Inspektionen eignen. So setzt etwa die Alpiq EnerTrans AG seit Mai 2014 einen Aibot X6 für die Inspektion von Hochspannungsleitungen und -masten ein. Diese Arbeit teilt sich ein Zweimannteam: Der Pilot fliegt mit seinem UAV die Stromleitung ab, sein Kollege und fachkundiger Freileitungsspezialist begutachtet die Aufnahmen der 36-Megapixel-DSLR-Kamera direkt vor Ort auf einem mobilen Display. Allfällige Schäden, etwa an den Isolatoren oder an der Mastkonstruktion, können so schnell ermittelt und dokumentiert werden.

Die Vorteile dieses Vorgehens liegen gemäss Martin Weibel, der beim Energieversorger aus Niedergösgen für den Bereich «Leitungen Ost» verantwortlich ist, auf der Hand: «Bei Inspektionen aus der Luft können wir auf Leitungsabschaltungen verzichten. Das zeitintensive Erden und Sichern gegen ein Wiedereinschalten entfällt, die Netzsicherheit und -verfügbarkeit erhöhen sich.» Da im Gegensatz zur klassischen Leitungskontrolle keine Mastbesteigungen mehr notwendig sind, reduziert sich zudem das Unfallrisiko. (gd)