Auf die Stunde genau im Zeitplan

Auf die Stunde genau im Zeitplan

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Teaserbild-Quelle: Florencia Figueroa
In nur fünf Wochen mussten in der Stadt Zürich auf einer Strecke von zwei Kilometern neue Tramschienen verlegt werden. Projektleiter Hansruedi Wespi erläutert, was die grössten Herausforderungen waren.
 
 
Hektisch ging es zwischen Bellevue und Stadelhoferplatz in der Stadt Zürich zu und her. Vor allem bei den Fussgängern. Der Grund: Zwischen Bellevue und Stadelhofen wurden die 30 Jahre alten Tramgleise und mit ihnen die Strassen saniert. Damit die Arbeiten plangemäss vonstatten gehen können, mussten die Gehwege um das Baugebiet herum geführt werden. Mit dem Voranschreiten der Arbeiten musste man aber laufend zusätzliche Verbindungen anbieten, damit sich die Situation für die Fussgänger möglichst verbessert. Projektleiter Hansruedi Wespi räumt denn auch ein: «Die grösste Herausforderung bestand darin, dass während der Gleis- und Strassenerneuerungen die Geschäfte und Gehwege auf der Strecke zwischen Bellevue und Stadelhoferplatz zugänglich bleiben.» Wichtig dabei sei, dass die neuen Gehwege so gelegt und markiert werden, dass keine Fussgänger aus Versehen in einen Baubereich geraten, der für sie aus sicherheitstechnischen Gründen gefährlich werden könnte.Die bauliche Herausforderung bestand vor allem darin, dass die Stadt Zürich für die Erneuerungen der Tramgleise einen Zeitrahmen von nur fünf Wochen vorgegeben hatte. Dementsprechend waren die Arbeiten besonders intensiv, wie Wespi bestätigt: «Damit wir den engen Zeitplan einhalten konnten, haben während dieser fünf Wochen insgesamt 140 Bauarbeiter sieben Tage die Woche im Zweischichtbetrieb und jeweils bis zehn Uhr abends gearbeitet.» Allerdings beschränkte man sich zu dieser späten Stunde auf Arbeiten, die nicht mit viel Lärm verbunden waren.
 
Der knappe Zeitrahmen erforderte neben der Dauerpräsenz der Bauarbeiter zudem absolute Präzision und eine gute Organisation. «Nur so kann gewährleistet werden, dass auch gute Arbeit geleistet wird», betont Wespi.

90-Tonnen-Bagger aufgeboten

Die grösste bauliche Herausforderung stellte jedoch der Abriss der alten Tramschienen dar. Für diese Aufgabe wurden in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli 300 Bauarbeiter, 85 Lastwagen, 30 Bagger und zwei 90-Tonnen-Gleishobel aufgeboten. Es galt insgesamt zwei Kilometer Gleise und 18 Weichen aus dem Boden zu reissen sowie mehrere Haltestellen abzubauen. Ein Ereignis, das viele Schaulustige anlockte.
 
Ab dem 12. Juli konnte dann die Verlegung der neuen Tramgleise beginnen. Wie Wespi erklärt, verfuhr man schichtweise. Das heisst: Während beim Bellevue die neuen Gleise bereits einbetoniert waren und von den Trams schon rege genutzt wurrden, waren die Bauarbeiter beim Stadelhoferplatz noch damit beschäftigt, neue Gleise zu verlegen, zu schweissen und zu schleifen. Die Schienen zwischen Bellevue und Stadelhoferplatz sind bereits verlegt und in den Unterbeton eingebracht. Einzig der Unterguss und der Oberbeton fehlen noch.

Zum Schluss wird der Platz saniert

Die Trams und die Forchbahn konnten ihren Betrieb am 17. August wieder aufnehmen. Länger wollte man den Fahrgästen nicht zumuten, zwischen Bellevue und Stadelhoferplatz ohne Trams und Forchbahn auskommen zu müssen. Laut Wespi läuft zurzeit auf die Stunde genau alles nach Plan, so dass man das ehrgeizige Ziel durchaus erreichen könne. Trotz der enormen Belastung, die wegen des Zeitdrucks auf den Bauarbeitern lastet, seien bisher keine nennenswerten Unfälle passiert. Im Gegenteil: «Ich erlebe hier ein motiviertes Team, das alles daran setzt, professionelle Arbeit zu leisten», zeigt sich Wespi überzeugt.
 
Sobald die Gleisarbeiten fertig sind, werden neue Haltestellen gebaut. Danach soll noch als allerletzte Baumassnahme der Stadelhoferplatz saniert werden. Erneuert werden der Kiesbelag, die Hecken und die Blumenbeete. Auch neue Velo-ständer werden installiert. Sie sollen für mehr Ordnung auf dem Platz sorgen.
 

INFO

Nachdem im März die Fundamente und Fahrleistungsmasten gelegt beziehungsweise aufgestellt worden waren, konnten im April die Bauarbeiten gestartet werden. Im September sollen diese abgeschlossen sein. In der ersten Bauphase wurden Werkleitungen erneuert, Fahrleitungen montiert und Kanäle gebaut. Mitte Juli begann mit den Erneuerungen der Gleise und Strassen die zweite und arbeitsintensivste Bauphase, da die Arbeiten in nur fünf Wochen abgeschlossen werden müssen. In der letzten Bauphase, die Mitte August beginnt, werden die Platzgestaltung des Stadelhoferplatzes und die Fertigstellungsarbeiten in Angriff genommen. Das Sanierungsprogramm kostet die Stadt Zürich rund 25 Millionen Franken.
 
 

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