Auch Industriebauten können ästhetisch sein

Auch Industriebauten können ästhetisch sein

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Teaserbild-Quelle: zvg
In Kölliken AG steht seit Anfang des Jahres das Logistikzentrum Quali-Night. Hier haben die drei Transportunternehmen Camion Transport AG, Galliker Transport AG und Planzer Transport AG ihr Nacht-Dienstleistungsangebot gebündelt. Die Nachtaktivitäten im Gebäude beeinflussten die Architektur. Über den nicht alltäglichen Industriebau äussert sich Fridolin Landolt, Geschäftsführer der Planzer Transport AG, im Interview.


Industriebau hat in der heutigen Zeit eher selten etwas mit ästhetischer Bauweise zu tun. Warum sind Sie hier andere Wege gegangen?
Fridolin Landolt: Unsere Philosophie ist nicht über Qualität zu reden oder sie zu managen, sondern sie zu leben und die Prozesse zu managen. Schon der Name von Quali-Night bringt es zum Ausdruck: Qualität steht nebst Innovation bei uns im Zentrum. Gelingt uns dies auf allen Ebenen, so erbringen wir eine Qualität, die einen Mehrwert für unsere Kunden darstellt. Die Bauweise soll unseren Anspruch an Qualität und Innovation visuell kommunizieren. Dazu ist ein Bau unmittelbar an der Hauptverkehrsachse der Schweiz eine nicht zu unterschätzende Kommunikationsplattform. Die ästhetische Bauweise ist ausserdem eine wesentliche Grundbedingung für eine motivierende Arbeitsumgebung. Denn wir verlangen viel von unseren Mitarbeitenden – Nacht für Nacht. Deshalb konnten die Teammitglieder beim Neubau mitentscheiden und ihre Ideen einbringen.
 
Welchen Anspruch stellen Sie an die Architektur des Gebäudes?
Quali-Night arbeitet am Tage und in der Nacht. Insofern muss das Gebäude am Tag und in der Nacht funktionieren. Unsere Mitarbeitenden sollen gerne arbeiten kommen, sich empfangen und aufgehoben füllen. Das Gebäude soll eine rationelle Arbeitsweise und viel Ertrag pro Quadratmeter sicherstellen und weiteres Wachstum zulassen. Zudem war es unser Anliegen, zu beweisen, dass ein schönes Gebäude nicht mit einem teuren, luxuriösen Gebäude einfach gleichzusetzen ist. Dies ist uns gelungen.
 
Wieweit haben Sie sich selbst um die baulichen Aspekte gekümmert?
Die Vorgaben an die Funktion und die Ästhetik wurde im Team von Quali-Night erarbeitet. Jedes Teammitglied konnte die Wünsche für seinen Bereich einbringen und am konkreten Projekt seinen neuen Arbeitsplatz auf Effizienz und Effektivität überprüfen. Die bautechnische Erstellung des Baus wurde dann durch die Immobilienabteilung von Planzer begleitet und überwacht.
 
Gab es Phasen, in denen Sie an der baulichen Umsetzung Ihre Idee zweifelten?
Nein. Unsere Ideen sind langsam gereift. Die aktuelle Strategie wird seit 2001 konsequent verfolgt und weiterentwickelt. Im Weiteren hatten alle Beteiligten unser Vertrauen verdient.
 
Warum fiel die Standortwahl auf Kölliken?
Wir kamen in der Halle in Altishofen – unserem vorherigen Standort – an die Kapazitätsgrenze und wollten die Prozesse auf der Plattform optimieren. In Kölliken sind wir nur zwei Minuten von der A1 entfernt, sodass sich die Fahrzeiten für unsere Fahrzeuge verkürzten oder im Vergleich zu Altishofen nicht veränderten. Hinzu kommt, dass sich die Gemeinde spontan und offen für unser Projekt gezeigt hat. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war und ist äusserst unkompliziert, unterstützend und sehr zielorientiert.
 
Im Januar haben Sie das Gebäude bezogen. Haben sich Ihre Erwartungen an den Neubau bisher erfüllt?
Unsere Erwartungen haben sich klar erfüllt. Das Feedback von den Kunden und den Mitarbeitern ist sehr positiv und unser Bau wird von vielen wahrgenommen. Im operativen Bereich erfüllt der Bau die Rahmenbedingungen voll, somit werden wir die Ziele gemäss Businessplan erreichen.
 
War nicht auch ein gewisses Risiko vorhanden, dass Ihre Kunden das Angebot nicht annehmen?
Quali-Night ist seit 1994 im Markt. Der Neubau wurde durch die Treue unserer Kunden und dem damit verbundenen Wachstum ermöglicht. Hinter der Treue steht natürlich Zufriedenheit.
 
Neben Planzer gibt es noch zwei andere Transportunternehmen, die Quali-Night tragen. Wie steht’s mit der Konkurrenz?
Sowohl im Nachtgeschäft als auch im Rahmen von Cargo Domizil findet eine Zusammenarbeit statt. Daneben wird die Konkurrenz gelebt. Dies mag auf das erste Lesen erstaunen, ist aber eine grundsätzlich ökonomisch vernünftige Verhaltensweise und ist sicher durch die Struktur der drei Partner als Familienaktiengesellschaft getragen beziehungsweise ermöglicht.
 

Info

Die Quali-Night AG ist ein Transportunternehmen mit 25 Festangestellten und besteht seit 1994. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Camion Transport AG, der Galliker Transport AG und der Planzer Transport AG. Sie bietet einen Nachttransport-Service für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Die Kundensendungen werden am gewünschten Ort aufgeladen und bis spätestens sieben Uhr zugestellt und dies auch bei internationalen Transporten. Es werden alle Güter bis 200 Kilogramm und drei Metern Länge transportiert. Für grössere Gewichte oder Dimensionen werden individuelle Lösungen geboten. Die Cut-off-Time wird individuell festgelegt. Die Auslieferung geschieht mit einem Schlüssel, zum Beispiel in einem abschliessbaren Raum oder einem Fahrzeug oder die Sendungen werden ohne Schlüssel an einem vordefinierten Ort deponiert.Das Verschieben und Zuteilen läuft voll automatisiert. Das Abladen findet auf Niveau der Hebebühne statt, was die Transportgüter von der Gefahrenzone des Lieferwagens fernhält. Von hier gelangen die Sendungen direkt auf die Förderbänder, wo sie schonend erfasst, gewogen und sortiert werden. Die Routenzuteilung geschieht maschinell und zeitoptimiert. Die Förderanlage stellt eine lückenlose Beobachtung sicher, sodass allfällige Mängel frühzeitig behoben werden können. Die geschlossene, videoüberwachte Halle garantiert hohe Sicherheit und minimale Emissionen. Sowohl die Verteilung als auch die Retouren werden über ein eigenes Track & Trace System online und in Echtzeit verfolgt. Jede Fahrt wird per GPS überwacht.