Kolumne zum Donnerstag: Vier von fünf Sternen für den Bauherrn

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In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Matthias Forster, Geschäftsführer von Infra Suisse, mit dem Bewerten von Angeboten und Leistungen. 

Schreibmaschine, Schmuckbild.
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Schreibmaschine, Schmuckbild.

Ferien buchen oder Online-Shopping wären ohne kaum mehr vorstellbar. Viele von uns ziehen sie zu Rate, bevor sie eine neue App herunterladen, eine Aktie kaufen oder ein Restaurant besuchen. Die Rede ist von Kundenbewertungen: Sternen, Punkten, Kommentaren. Ob gerechtfertigt oder nicht, die Ratings geniessen eine hohe Glaubwürdigkeit. Das haben längst auch die Marketingexperten bemerkt, und so wird mittlerweile denn auch ziemlich alles und jeder bewertet.

Das Bewerten von Angeboten und Leistungen ist nicht ein Phänomen unseres digitalen Zeitalters. Schon immer war es ein Bedürfnis des Menschen, über die besten Angebote und Erfahrungen der anderen informiert zu sein. Die Information war für unsere Vorfahren wohl ein Vorteil beim Kampf ums Überleben. Über Leben oder Tod entscheiden die heutigen Ratings nicht. Doch reichen sie dank dem Internet weit über den Kreis persönlicher Empfehlungen hinaus. Kundenbewertungen machen die Suche nach dem besten Angebot um ein Vielfaches schneller. Und spornen darüber hinaus die Anbieter zusätzlich an, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verbessern.

Was bei Ebay, Trip Advisor, Airbnb oder Ricardo längst üblich ist, kann auch in der Baubranche funktionieren. Bauherren haben ein reges Interesse, die Leistungen von Lieferanten, Planern oder Bauunternehmern zu bewerten und dies bei zukünftigen Projekten in den Vergabeentscheid einfliessen zu lassen. Wer nur gelegentlich baut, kennt seine Partner und wird sich beim nächsten Mal daran erinnern, mit wem er wieder zusammenarbeiten möchte. Grössere Bauherren hingegen sind auf Bewertungssysteme angewiesen, die ihre Erfahrungen verfügbar machen. Einige Bauherren arbeiten bereits mit solchen Systemen, andere sind daran, diese zu entwickeln.

Airbnb, Ebay, Uber und andere Plattformen bewerten nicht nur die Kunden – die Fahrer, Vermieter oder Verkäufer können auch die Kunden benoten. Dieses gegenseitige Bewerten verleiht den Geschäftsbeziehungen eine ganz neue Qualität. Fairness, korrektes Verhalten, Kooperation, Freundlichkeit oder Innovationsfähigkeit und -bereitschaft gewinnen an Bedeutung.

Vielleicht wird es bald üblich sein, dass sich Planer, Bauunternehmer und Bauherren nach jedem Projekt gegenseitig bewerten. Vier Sterne für den Bauherrn, drei für den Unternehmer. Oder umgekehrt.

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Geschäftsführer von Infra Suisse

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