Kolumne zum Donnerstag: Klimastreik und die Zukunft aktiv mitgestalten

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In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Peter Wellauer, Geschäftsführer der Betonsuisse Marketing AG und Leiter Partnerships bei Holcim (Schweiz) AG, mit dem Klimastreik.

Schreibmaschine, Schmuckbild.
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Die Schülerbewegung «Klimastreik» ist im Moment in aller Munde. Sie, die Jungen, die Schülerinnen und Schüler, die Auszubildenden und die Studierenden machen uns, der älteren Generation, den Vorwurf, nicht schnell und vehement genug Massnahmen zur Verbesserung des Erdklimas zu ergreifen. Ich als Vertreter ebendieser älteren Generation bin überzeugt, dass wir auf allen Ebenen Handlungsbedarf haben und aktiv dranbleiben müssen.

Anstatt aber jetzt in das Lobgehudel der Politiker über diese vorbildliche Bewegung miteinzustimmen und sich im Licht des jugendlichen Elans mit zu sonnen, möchte ich den Ball aufnehmen und die Jungen auffordern, mitzumachen. Schliesslich ist die heutige Situation nicht nur über eine einzige Generation hinweg entstanden.

Mein Appell geht nun direkt an die Jugend, sich ihren Forderungen entsprechend authentisch zu verhalten. Nicht nur könnte sich die «Generation Klimastreik» in ihren Freizeitaktivitäten etwas zurücknehmen. Die 18 bis 24-Jährigen sind nämlich wahre Meisterflieger, was vor dem Hintergrund der rasanten Zunahme der Flugreisen höchst bedenklich erscheint. Zwischen 2010 und 2015 haben die Flugreisen um 43 Prozent pro Person zugenommen! Eine Riesenchance, etwas zu bewegen, bietet sich den Schülerinnen und Schülern vor allem auch beim Einstieg in ihr künftiges Berufsleben.

Wenn sie sich zum Beispiel für die Baubranche entscheiden, können sie sich für ein klimagerechteres Bauen einsetzen. Vom Maurer über den Strassenbauer bis hin zum Architekten und Bauingenieur – jede und jeder kann dazu beitragen, den Schweizer Gebäudepark und unsere Infrastrukturbauten moderner, zukunftsorientierter und umweltgerechter zu gestalten. Darüber hinaus gehören Bauberufe zu den kreativsten wie auch solidesten Tätigkeiten der Vergangenheit, der Gegenwart und mit Sicherheit auch der Zukunft. In dieser schnelllebigen Zeit und vor dem Hintergrund des Klimawandels brauchen wir engagierte, mitdenkende junge Menschen, die etwas bewegen möchten – besonders in der Bauindustrie, welche einen beträchtlichen Teil der natürlichen Ressourcen verbraucht. Es bietet sich also gerade im Bauwesen eine Riesenchance für junge, im Zeitalter der Digitalisierung aufgewachsene, verantwortungsbewusste Menschen, aktiv die Zukunft mitzugestalten.

Sie werden es dereinst sein, die mit steigendem Umweltbewusstsein den hohen Zuwachsraten beim Rohstoffverbrauch entgegentreten und nach alternativen Lösungen im Bauwesen Ausschau halten werden – beispielsweise durch die optimalere Ausnutzung der Materialien.

Die Baubranche steht vor grossen Herausforderungen, die dritte und vierte industrielle Revolution sprich Digitalisierung und Internet der Dinge halten auch bei uns Einzug und dies parallel zu einem ständig steigenden Kosten- und Margendruck, was auch eine grosse Chance sein kann. Als 60-jähriger Bauingenieur bin ich nach wie vor ein riesiger Fan unseres Metiers und sehe für die junge Generation den Bau als fantastisches Wirkungsfeld vor allem mit einem der kreativsten aller Baumaterialien – dem Beton.

Autoren

Geschäftsführer der Betonsuisse Marketing AG und Leiter Partnerships bei Holcim (Schweiz) AG

Geschäftsführer der Betonsuisse Marketing AG und Leiter Bauplaner und Beteiligungen bei der Holcim (Schweiz) AG.