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Kolumne zum Donnerstag: Gesamtleistung als zukunftsgerichtetes Modell

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In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Maurice Lindgren, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Entwicklung Schweiz, mit dem Gesamtleister-Modell.

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Schreibmaschine, Schmuckbild.

Sicherheit für Qualität, Kosten und Termine sind grundlegende Ansprüche der Auftraggeber an ihre Bauprojekte. In der Praxis jedoch werden oft Verfahren und Prozesse angewendet, die diese Ansprüche nicht optimal unterstützen.

Aufgrund von verschiedenen gesetzlichen und politischen Anforderungen, spezifischen Bedürfnissen der Nutzer und vielen weiteren Interessen auf diversen Ebenen werden Bauvorhaben immer anspruchsvoller und komplexer. Für Projektoptimierungen benötigt es aber gleichzeitig den grösstmöglichen Handlungsspielraum. Diese Kombination bringt die «klassischen» Modelle und Prozesse an ihre Grenzen, wie viele Praxisbeispiele zeigen.

Ein neues Anordnen von Rollen, Verantwortungen und Kompetenzen ist deshalb angezeigt. Zukunftsgerichtete Zusammenarbeitsmodelle sollten vermehrt zum Tragen kommen, die all diesen Aspekten bestmöglich Rechnung tragen sowie spezifisches Wissen und Fähigkeiten aller Beteiligten, auch der ausführenden Unternehmer, frühzeitig zusammenbringen.

Mit einem in solchen Projekten erfahrenen «Gesamtleister» als Partner erhält der Auftraggeber verbindliche Projektvorschläge und breites Know-how zu einem frühen Zeitpunkt. Der Gesamtleister durchläuft optimalerweise sämtliche Prozesse von der Studie bis zur Ausführung und bearbeitet die gesetzlich vorgegebenen Verfahren mit der entsprechenden Gesamtverantwortung.

Die Anwendung dieses Modells bietet dem Auftraggeber wichtige Vorteile. Der Bauherr hat Gewähr, dass sein Projekt gesamtheitlich entwickelt, geplant und realisiert wird. Dank früher und integrierter Zusammenarbeit mit dem Gesamtleister wird ein breiter Einflussbereich auf Potenziale und deren optimale Bewirtschaftung sichergestellt.

Die wirksame Integration von zentralen Aspekten wie Lebenszyklusbetrachtung, Nutzung, Ausnützung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sowie Nachhaltigkeit insgesamt wird dank dem gesamtheitlichen Verfahren Praxis statt nur Theorie. Offene Ziel- und Bedarfsformulierungen garantieren die nötige Flexibilität, es bleiben ein hoher Innovationseffekt und Spielraum für Optimierungen. Die starke Reduktion von Schnittstellen im Projekt dank des Engagements eines Gesamtverantwortlichen beugt zudem vielen Problemen vor.

Auch das neue Beschaffungsrecht unterstützt die Anwendung insbesondere des Gesamtleistungswettbewerbs. Und die Anwendung des Gesamtleister-Modells wiederum unterstützt den Gedanken von gesamtheitlich geplanten und ausgeführten Bauprojekten, für private wie öffentliche Bauherren gleichermassen. Ist Sicherheit für Qualität, Kosten und Termine zentral, sollte vermehrt über die Anwendung dieses Modells – oder ähnlicher Zusammenarbeitsmodelle – nachgedacht werden.

Autoren

Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Entwicklung Schweiz.

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