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Kolumne zum Donnerstag: Erfolgsfaktor Mensch

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In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Franziska Bürki, Geschäftsführerin von Entwicklung Schweiz, mit den Herausforderungen der interdisziplinären Zusammenarbeit.

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Schreibmaschine, Schmuckbild.

Das Entwickeln, Planen und Realisieren von Bauvorhaben wird stetig komplexer und bringt verschiedenste Konflikte mit sich. Rund um Bauvorhaben stehen deshalb Prozessoptimierungen, Verfahrensvereinfachung und Interessenabwägung im Zentrum der Diskussionen. Diese Bereiche bergen hohes Optimierungspotenzial. Entwicklung Schweiz arbeitet gemeinsam mit Entscheidungsträgern und Experten täglich daran: Wissen und Erfahrung von Beginn an einbringen, Interessenskonflikte frühzeitig abwägen, Dialoge fördern, Schnittstellen reduzieren sowie Prozesse, Verfahren und Instrumente anpassen.

Etwas darf bei dieser herausfordernden Aufgabe aber nicht vergessen gehen: Auch wir Menschen spielen eine wichtige Rolle. Der Mensch mit seiner individuellen Art zu denken und zu handeln stellt die wohl vielschichtigste Komponente dar. Wo viele Menschen zusammenkommen, darf das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verloren gehen. Das ist höchst anspruchsvoll. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit über längere Zeit verlangt neben einer hohen Fachkompetenz eine ebenso hohe Sozialkompetenz. Der Wille zur gemeinsamen Bewältigung ist essenziell. Es ist entscheidend, wie die an einem Vorhaben Beteiligten mit den verschiedenen Herausforderungen und Konflikten umgehen.

Kompetenzen beeinflussen den Handlungsspielraum der beteiligten Verantwortlichen in verschiedener Hinsicht: Haben sie die nötigen Kenntnisse? Haben sie die nötige Erfahrung? Dürfen sie entscheiden? Sind die wichtigsten Kompetenzen gegeben, hängt die erfolgreiche Zusammenarbeit und Zielerreichung aber noch immer von jedem einzelnen Beteiligten ab.

Setzen die Verantwortlichen ihre Kompetenzen bei der Arbeit auch wirklich ein? Auf welche Art und Weise tun sie dies? Wollen sie entscheiden? Nehmen sie ihre eigene Verantwortung wahr? Können sie interdisziplinär arbeiten? Bewahren sie den Überblick? Kommunizieren sie ausreichend oft, klar und transparent? Wollen sie die Ansprüche und Interessen der übrigen Beteiligten verstehen, Kompromisse eingehen und gemeinsame Lösungen finden? Oder lehnen sie sich an Gesetze und Vorgaben und stellen den juristischen Weg über alles?

Wie können wir es schaffen, diese so wichtigen Eigenschaften der beteiligten Verantwortlichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu fördern? Wie können wir deren Bereitschaft zum Überdenken und wenn nötig zur Veränderung ihrer Denkweisen und ihres Handelns erhöhen? Wie kann man das vermitteln? Sachthemen sind eindeutig einfacher zu vermitteln. Der Branche muss es daher gelingen, mit beispielhaften Projekten der Zusammenarbeit den gemeinsamen Erfolg aufzuzeigen. Über den gesamten Prozess hinweg muss jeder einzelne Beteiligte erkennen, dass wir alle im selben Boot sitzen und dass wir alle dasselbe Ziel erreichen wollen. Wenn wir unsere Kräfte vereinen, können wir gemeinsame Erfolge feiern.

Autoren

Geschäftsführerin von Entwicklung Schweiz

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Dossier

Interview-Serie «Chefsache»
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Interview-Serie «Chefsache»

In der Interview-Serie «Chefsache» nehmen bekannte Exponenten der Bauwirtschaft in loser Folge Stellung zu Fragen rund um das Thema Führung. Alle Teilnehmer erhalten die gleichen 20 Fragen, von denen sie zwölf auswählen und schriftlich beantworten können.

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