Kolumne zum Donnerstag: Die Digitalisierung auf den Boden bringen

Kolumne zum Donnerstag: Die Digitalisierung auf den Boden bringen

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Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC

In der Kolumne zum Donnerstag berichten Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute beschäftigt sich Markus Weber, Präsident von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland, mit der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Schreibmaschine, Schmuckbild.
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libertyslens, Flickr, CC

Schreibmaschine, Schmuckbild.

Der Bundesrat will, dass die Schweiz die Chancen der Digitalisierung optimal nutzt. Deshalb hat er die Strategie «Digitale Schweiz» verabschiedet und in einem Aktionsplan konkretisiert. Obwohl die Bau- und Immobilienbranche rund 15 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen, spielen sie in dieser Strategie nur eine untergeordnete Rolle. Bauen digital Schweiz wird sich zusammen mit weiteren Organisa­tionen und Politikern dafür stark machen, dass die Chancen und Risiken für unsere Branche richtig eingeschätzt werden. Vor allem wird sich unsere Organisation für eines einsetzen: Wir wollen die Bau- und Immobilienwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette fit für die Digitalisierung machen.

Die Grundlagen dafür sind geschaffen: Der Stufenplan von Bauen digital Schweiz zeigt auf, wie die digitale Transformation schrittweise und koordiniert erfolgen muss. Er beschreibt, wie der gemeinsame Weg aller Beteiligten aussieht. Klares Ziel: Langfristig die Effektivität, die Qualität und die Nachhaltigkeit von Bauobjekten und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft steigern.

Darüber hinaus ist es gelungen, die gesamte Wertschöpfungskette davon zu überzeugen, dass ein «Miteinander statt jeder für sich» schneller zum Ziel führt. National moderieren SIA, CRB, KBOB und IPB zusammen mit Bauen digital Schweiz gemeinsam die digitale Transformation beziehungsweise die damit einhergehenden strategisch relevanten Aufgaben. International erfolgt die länderübergreifende Abstimmung über das weltumfassende Netzwerk von building­SMART International.

Der dritte Baustein ist das «Use Case Management» von Bauen digital Schweiz, eine Methodik, die ein einheitliches Verständnis für die digitalen Anwendungsfälle (Use Cases) über die gesamte Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft schafft. Hierzu haben jüngst die buildingSMART-Chapter Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich eine gemeinsame Roadmap und internationale Zusammenarbeit beschlossen.

Nun kann die eigentliche Arbeit beginnen, nun muss die digitale Transformation gemeinsam auf den Boden gebracht werden. Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland wird dazu mit Partnern aus allen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft Anwendungsfälle erarbeiten, die aufzeigen, wie die Digitalisierung, insbesondere BIM, zum Nutzen aller ganz konkret umgesetzt werden kann. In zahlreichen Use Cases wird umfassend beschrieben und abgegrenzt, einheitlich entlang der Prozesse strukturiert und in Bezug auf die Informationsanforderungen detailliert dargestellt. Wichtig: die Use Cases verstehen sich als Best Practice und bilden die Grundlage für die Implementierung in einen BIM-Prozess, basierend auf den internationalen Standards wie beispielsweise IFC, IDM und MVD von buildingSMART International.

Eines ist klar: die Digitalisierung bietet grosse Chancen. Sie werden aber nur dann genutzt werden können, wenn die Prozesse übergreifend gestaltet und die Menschen multidisziplinär und über Systemgrenzen hinweg an konkreten Praxisbeispielen zusammenarbeiten.

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Präsident von Bauen digital Schweiz und stellvertretender Geschäftsleiter der Amstein+Walthert AG.

Präsident von Bauen digital Schweiz und stellvertretender Geschäftsleiter der Amstein+Walthert AG.