Profilierung mit Glasfaserbeton

Profilierung mit Glasfaserbeton

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Industrielle Produktionstechnik ermöglicht heute die Herstellung geometrisch differenzierter Bauteile aus Glasfaserbeton. Die moderne Architektur profitiert davon.
Foto: zvg

Glasfaserbeton ist ein in den 70er-Jahren von der Industrie entwickelter, hochwertiger Verbundwerkstoff, der zu seiner Stabilisierung und Bewehrung einen gewissen Prozentsatz (bis 5 %) Glasfasern enthält. Inzwischen wurde die Produktionstechnologie verfeinert. Mittels industrieller Techniken wie Extrusion oder Injektion kann dieser Beton zu filigranen, praktisch beliebig geformten und leichten, dünnen Bauteilen ausgebildet werden. Neben der Vorfabrikation – einem Prädikat für zeitoptimiertes, wetterunabhängiges Bauen – bietet dieses Material mechanisch, chemisch sowie von der Bewitterung her eine hohe Beständigkeit an. Dank seiner mineralischen Basis ist es brandbeständig und leicht rezyklierbar.

Bei der Herstellung von Glasfaserbeton-Bauteilen hat die Stahlton Bauteile AG mit dem haus-eigen entwickelten Extrusionsverfahren ­einen technologisch hohen Standard gesetzt. Produziert werden etwa hochwertige Sichtbeton-Bauteile zur Fassadengestaltung (je nach Bedarf bereits wärmegedämmt, mit Oberflächenstruktur und Farbton). Sowohl im Neu- als auch im Renovationsbau werden anspruchsvolle Projekte realisiert, zum Beispiel die Kantonsschule Heerbrugg.

Das 2006 aus einem Wettbewerb hervorgegangene Erweiterungsprojekt umfasst einen neuen (inzwischen erstellten) Mitteltrakt, der an bestehende Gebäude anschliesst. Im Rahmen des Projekts werden diese zurzeit saniert. Sämtliche Gebäude entsprechen dem Minergie-Eco-Standard.

Das Fassadenbild wurde aus dem Bestand weiterentwickelt und in neuer Form fortgesetzt. Die tragende und in diesem Fall vorfabrizierte Struktur des neuen Mitteltrakts besteht aus gebäudehohen, vorgesetzten Betonstützen sowie gerippten Deckenelementen. Diese liegen auf Konsolen, die an den Stützen befestigt sind. Die präzise, lineare Horizontal-Zäsur im Vertikalraster der Stützen wird durch den Einbau leichter Glasfaserbeton-Profile an der Deckenstirn erreicht. Insgesamt vier verschiedene Profil-Typen unterschiedlicher Querschnittsform waren zur Ausgestaltung des exklusiven Fassadenbilds erforderlich. Die beachtliche Fassadentiefe (80 cm) führt – zusammen mit ihrer Struktur – zu verschiedenen Licht- und Schatteneffekten.

Das Fassadenbild lebt im Besonderen auch von seiner geometrischen Präzision. Eine genaue Vermessung der erstellten Fassaden-Tragstrukturen erlaubte die entsprechende Profil-Herstellung im Werk. Jedes einzelne Glasfaserbeton-Profil passt millimetergenau in die gegebene Tragstruktur. Der Einbau der Profile erfolgte vom Baugerüst und mit Hilfe von Hebezeug.

Tel. 062 865 75 00
www.stahlton.ch

Objektdaten

Sanierung und Erweiterung Kantonsschule Heerbrugg (2011 bis 2013)

Bauherrschaft: Kanton St. Gallen

Architekten: Huggenberger Fries Architekten AG, ETH SIA Zürich

Fassaden
Fassadenprofile, Hersteller: Stahlbeton Bauteile AG, Frick (Konzeption Entwicklung, Produktion; Material: Glasfaserbeton Ecomur); Profil-Einbau, Engineering zum Befestigungskonzept, Ausführung der Bekleidung: Fassadentechnik AG, Buchs SG