Schweizer Unternehmen: Geschäftslage hat sich leicht verbessert

Teaserbild-Quelle: Valentin Lacoste, Unsplash
Schweizer Unternehmen atmen durch

In fast allen Bereichen hat sich die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen im Januar zumindest leicht verbessert, dies zeigen die aktuellen Konjunkturumfragen der KOF. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Branchen Unterschiede.  

Detail, Kran. (Schmuckbild)
Quelle: 
Valentin Lacoste, Unsplash

Detail, Kran. (Schmuckbild)

In fast allen Bereichen hat sich die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen im Januar zumindest leicht verbessert. Im Verarbeitenden Gewerbe gibt der Geschäftslageindikator nicht weiter nach, nachdem er letztes Jahr kontinuierlich gesunken war. Die Unzufriedenheit mit den Auftragsbeständen nimmt nicht weiter zu, für die weitere Entwicklung der Bestellungseingänge herrscht etwas mehr Zuversicht.

Im Baubereich sowie im Detail- und Grosshandel ist die Geschäftslage ebenfalls günstiger als bisher. Im Gastgewerbe rechnen die Betriebe für die nächste Zeit mit einem leichten Umsatzzuwachs. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern trübt sich die Lage leicht ein, sie bleibt aber sehr gut.

Sonderumfrage: Wie Schweizer Firmen die Geldpolitik beurteilen

Im Januar jährte sich die Aufhebung der Frankenuntergrenze zum fünften Mal. Deshalb hat die KOF ihre Konjunkturumfragen heuer mit Sonderfragen ergänzt. So wollte sie etwa wissen, wie die Schweizer Unternehmen ihre Wettbewerbsposition heute im Vergleich zur Situation vor fünf Jahren beurteilen.

In Bezug auf den Heimmarkt hat sich die Position für den überwiegenden Teil der Unternehmen kaum verändert. Bezogen auf die Euromärkte berichten allerdings 36 Prozent der dort tätigen Unternehmen von einer leicht oder deutlich schlechteren Wettbewerbsfähigkeit als vor fünf Jahren. Besonders verbreitet sind diese Klagen im Gastgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe.

Die aktuelle Wirkung der Negativzinspolitik bewerten 60 Prozent der Unternehmen neutral, die Vor-  und Nachteile gleichen sich ihrer Ansicht nach aus. Während im Baugewerbe die Negativzinsen tendenziell leicht positiv beurteilt werden, sieht es die Mehrheit der Unternehmen der Finanz- und Versicherungswirtschaft gegenteilig: 65 Prozent von ihnen kommen zum Schluss, dass die Nachteile leicht oder deutlich überwiegen. In keinem anderen Wirtschaftsbereich wird die Negativzinspolitik so klar abgelehnt. Gleichzeitig geben 84 Prozent der Finanzinstitute an, von den Negativzinsen ein wenig oder stark betroffen zu sein – ebenfalls der höchste Wert über alle Wirtschaftsbereiche hinweg.

Euro-Franken-Kurs: Verarbeitendes Gewerbe beklagt starken Franken

Auch bei der Bewertung des aktuellen Euro-Franken-Kurses unterscheiden sich die Antworten je nach Branche. Während im Schnitt 38 Prozent der Unternehmen den Franken als überbewertet bezeichnen, sind es im Verarbeitenden Gewerbe 52 Prozent (zugrunde gelegter Kurs: 1.10). Es sind also vor allem die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, die einerseits einen zu starken Franken und andererseits eine geringere Wettbewerbsfähigkeit in den Euromärkten beklagen.  (mgt/mai)