Arbeitgeber rechnen mit langsamerem Stellenzuwachs

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Langsamer Stellenzuwachs?

Die Stimmung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich etwas eingetrübt. Wie der neuste Arbeitsmarktbarometer des Personalvermittlers Manpower zeigt, blicken die Arbeitgeber nur noch verhalten optimistisch in die Sommermonate.

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In der Baubranche blickt man eher verhalten in die Zukunft.

Von den befragten Arbeitgebern in der Schweiz rechnen im dritten Quartal 5 Prozent mit einem Personalaufbau, während 3 Prozent von einer Abnahme ausgehen. Dies teilte Manpower heute Dienstag mit. Im zweiten Quartal hatten noch 9 Prozent einen Aufbau und nur 2 Prozent einen Abbau in Aussicht gestellt. Unter dem Strich ergibt sich aus den Ergebnissen der Befragung saisonbereinigt eine Arbeitsmarktprognose von plus 2 Prozent. Im Vorquartal hatte das Plus noch 4 Prozent betragen, vor einem Jahr waren es 5 Prozent. Die grosse Mehrheit der 750 im April befragten Arbeitgeber will nach wie vor die Belegschaft stabil halten.

Positives Gastgewerbe, eher pessimistische Baubranche

Manpower-Schweiz-Chef Leif Agnéus geht davon aus, dass es im Laufe des Sommers zu weniger Neueinstellungen kommen wird. "Damit reagieren die Schweizer Arbeitgeber wahrscheinlich auf die ungewissen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit der Europäischen Union und ihren wichtigsten Handelspartnern", glaubt er. Als "ermutigend" erachtet er die Prognosen der Arbeitgeber im Gastgewerbe. Diese liessen einen erfolgreichen Sommer-Tourismus erwarten. Bei Gastwirten, Hoteliers etc. liegt die Arbeitsmarktprognose netto bei plus 14 Prozent nach minus 6 Prozent im Vorjahr. Das sei die beste Prognose seit der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses im Jahr 2015, schrieb Manpower.

Pessimistischer ist man im Baugewerbe (-4%) und der Energie- und Wasserversorgung (-4%). Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Bau gar einen Rückgang von 15 Prozentpunkten. Weitere deutliche Rückgänge seien im Verkehrs- und Nachrichtenwesen (-11 Punkte), der verarbeitenden Industrie (-11) und im Handel (-10) zu sehen. Schwach präsentiere sich auch der Sektor Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen mit einem Minus von netto 3 Prozent in der Arbeitsmarktprognose von Manpower.

Optimismus in der Ostschweiz

In vier der sieben von Manpower unterteilten Regionen rechnen die Arbeitgeber im Laufe der nächsten drei Monate mit Neueinstellungen. So sei der Optimismus in der Ostschweiz (+8%) am grössten. Zuversicht sei auch unter den Arbeitgebern im Espace Mittelland (+3%) und in der Genferseeregion (+3%) zu spüren.

Dagegen herrscht den Angaben zufolge im Tessin (-12%) mehr Pessimismus vor, was den Stellenzuwachs im dritten Quartal betrifft. Sowohl zum Vorquartal (-12 Prozentpunkte) als auch zum Vorjahr (-10 Prozentpunkte) gab es deutliche Rückgänge. Und in Zürich (-2%) scheine die über viele Jahre gesehene positive Dynamik vorbei zu sein. In der pulsierenden Wirtschaftsregion sind die Aussichten zum zweiten Mal in Folge negativ.

Im internationalen Vergleich ist der Optimismus für den hiesigen Arbeitsmarkt verhalten. So resultierten in den beiden Nachbarländern Deutschland und Frankreich (je +5%) höhere Werte. In Italien hält sich die Stimmung derweil mit einem Plus von lediglich 1 Prozent ebenfalls in Grenzen. (mai/sda)