08:10 KOMMUNAL

The Playground Project: Wohin mit dem Kinderspielplatz?

Geschrieben von: Stefan Breitenmoser (bre)
Teaserbild-Quelle: Baugeschichtliches Archiv/Hänssler

Die Schweizer Politologin und Raumplanerin Gabriela Burkhalter setzt sich intensiv mit Architektur für Kinder und der Geschichte von Spielplätzen auseinander. Die von ihr initiierte Ausstellung «The Playground Project» tourt schon seit Jahren um die Welt. Das Baublatt hat sie mit einigen kontroversen Thesen zum scheinbar eingeschlafenen Thema des Spielplatzes konfrontiert.

Spielplatz Zürich Wipkingen 1954

Quelle: Baugeschichtliches Archiv/Hänssler

Waren Spielplätze früher cooler? Dieses Bild aus Zürich Wipkingen 1954 lässt es fast vermuten.

Laut Gabriela Burkhalter war der Spielplatz ein Ort mit grossem subversivem Potenzial. Weil keiner so genau hinschaute, waren dort Experimente möglich: verrückte Landschaften aus Beton, poppige Spielskulpturen aus Polyester oder waghalsige selbstgebaute Hütten.

Burkhalter muss es wissen. Denn seit 2008 baut die in Basel wohnhafte Politologin und Raumplanerin ein umfassendes Archiv zum Thema Spielplatz auf, das online unter www.architekturfuerkinder.ch aufrufbar ist. Teil davon ist die Ausstellung «The Playground Project», die 2013 in Pittsburgh erstmals präsentiert und drei Jahre später auch in der Kunsthalle Zürich gezeigt wurde. Diese Ausstellung wandert seither um die Welt, und Burkhalter erweitert den Katalog ständig. Ab Februar 2022 ist sie beispielsweise in der Kunsthalle im schwedischen Lund zu sehen, letztes Jahr war sie im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Ausserdem wurden ihr Archive zum Thema überreicht wie beispielsweise jenes der «Group Ludic». Bei Burkhalter handelt es sich also um eine der weltweit angesehensten Expertinnen zum Thema Spielplatz.

Doch obwohl die meisten Menschen einige Wochen oder Monate ihres Lebens auf Spielplätzen verbringen, haben sich wohl die wenigsten je gefragt, woher die Spielplätze kommen und wie sie in Zukunft aussehen werden. Genau dies versucht Burkhalter zu ändern. Denn das Erscheinungsbild des Spielplatzes sagt auch viel über die Zeit und das gängige Menschenbild aus. Dennoch scheint es, dass sich Spielplätze in den letzten 40 Jahren nicht mehr gross verändert haben. Doch stimmt das wirklich? Haben die Spielplätze ihr subversives Potenzial eingebüsst? Interessieren sich Architekten nicht mehr dafür? Wollen wir die Kinder nur noch in ein Leistungskorsett drängen? Oder gibt es das freie Spiel noch? Das Baublatt hat Burkhalter mit einigen kontroversen und teils stark vereinfachten Thesen konfrontiert.

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