13:10 KOMMUNAL

Sanu-Tagung: Bürste, Dampf und Schaum

Teaserbild-Quelle: Alexandra von Ascheraden

Herbizide sind grösstenteils verboten. Ein Fachseminar gab Praxis-Tipps, wie stattdessen mechanische und thermische Methoden zur Unkrautbekämpfung geschickt und kostenschonend eingesetzt werden können. 

Friedhof Rosenberg in Winterthur 1

Quelle: Alex Borer, Greenmanagement

Friedhof Rosenberg in Winterthur vor der Umgestaltung. Die Granitplattenfugen erforderten viel Jätarbeit.

Der Unterhalt von Strassen, Wegen, Plätzen und Parkanlagen ist zur Herausforderung geworden. Denn die Tage des Gärtnerns mit der Rückenspritze sind längst gezählt - Herbizide sind auf befestigten Flächen seit langem verboten. 

Jätbesen, Heisswasser, Dampf oder Infrarot helfen, dem unerwünschten Bewuchs an Strassenrändern, Plätzen oder auf Parkwegen einzudämmen. In Rabatten lässt sich mit Mulch verhindern, dass zu viel Beikraut aufkommt. Trotz aller maschinellen Hilfe gibt es Orte, an denen zeitintensiv von Hand gejätet werden muss. Gleichzeitig steigt auch in den kommunalen Werkhöfen, Stadtgärtnereien und Tiefbauämtern der Spardruck. Ein Praxiskurs der «Sanu future learning» gab in Aarburg Ideen zu Unterhaltsmethoden, Verfahren und kleinen Umgestaltungen, die gesetzeskonformen und effizienten Unterhalt erleichtern.

Mehraufwand kompensieren

Die Teilnehmenden waren sich einig: Das Budget für den Unterhalt steigt kaum selten im Gleichschritt zum Mehraufwand, den die umweltschonenden Massnahmen erfordern. Da hilft nur, was viele Gemeinden ohnehin schon tun: Über die Bücher gehen und das Vorhandene neu betrachten. An welchen strategischen, viel beachteten Stellen braucht es wirklich den teuren und aufwendigen Wechselflor? Wo könnte die Umstellung auf Staudenrabatten erfolgen? Und wo kann man die saisonale Bepflanzung vielleicht ganz zurückfahren? Den Unterhalt bei Staudenpflanzungen lässt sich durch dichteres Setzen der Pflanzen und Mulchen weiter reduzieren, obwohl das
anfangs Mehrkosten bringt. Unkraut wird erst lästig, wenn genug Licht zum Keimen zum Boden kommt.

Beikraut kommt auch auf, wenn Wege und Plätze wenig begangen oder befahren werden. Ständiges Jäten gibt das Unterhaltsbudget gewöhnlich nicht her. So empfinden die Bürger derartige Flächen schnell als vernachlässigt. Für solche Orte schlug Referent Peter Hirsiger, Leiter des Strasseninspektorats Winterthur, pragmatische Lösungen vor. Bei Spazierwegen genüge es vielleicht, je einen Streifen rechts und links des zuverlässig durch die Sohlen der Spaziergängern unkrautfrei gehaltenen Weganteils zu mähen, statt ihn auf Knien in gesamter Breite zu jäten. Der Mähstreifen signalisiert den Nutzern, dass sich jemand kümmert und reduziert den Aufwand für die Gärtner beträchtlich.

«Wir haben das Unkrautproblem in Winterthur auch an einigen Parkplätzen, die nicht das ganze Jahr über gleichmässig genutzt werden», berichtete Hirsiger. Unkraut ist hier nur ästhetisch störend und beeinträchtigt die Sicherheit nicht. Es muss dennoch entfernt werden. Hirsiger erklärt, wie der Jätaufwand reduziert wurde: «Wir sind dazu übergegangen, solche Flächen in Schotterrasen umzugestalten. Dieser ist befahrbar, dient als Sickerfläche und ist trotzdem unterhaltsfreundlich. Wir müssen schliesslich nur noch mähen, nicht mehr jäten.». Die eine oder andere Fläche liesse sich zugunsten eines Schotterrasens mit Sicherheit entsiegeln. Anders als bei Rasengittersteinen steckt dann auch kaum graue Energie darin, sofern der Schotter aus der Umgebung bezogen wird. Das Gewässerschutzgesetz fordert ohnehin, wo immer möglich, versiegelte Flächen naturnaher zu gestalten.

Für Schotterrasen wird auf eine Fundationsschicht aus Kies eine zehn bis 15 Zentimeter dicke Wachstumsschicht aufgebracht. Diese besteht aus einer mageren Schotter-Erde-Mischung und kann mit einer speziellen Schotterrasenmischung eingesät werden. Etwa drei Zentimeter Split bilden die Deckschicht.

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