Mitwirkungsprozesse: Gemeinden hören zunehmend die Bevölkerung an

Wird ein Gestaltungsplan oder ein grosses öffentliches Bauprojekt an der Urne oder der Gemeindeversammlung abgelehnt, kommt das die Gemeinden teuer zu stehen. Immer häufiger bauen Behörden bei Projekten im öffentlichen Raum deshalb schon in der Projektphase auf die Meinung der Bevölkerung. In Flawil SG konnte diese bei der Neugestaltung des Marktplatzes im Ortszentrum mitreden. 

Sie sind auf den örtlichen Strassen unterwegs, nutzen Vereinsräume, sie kaufen im Dorf ein oder betreiben dort sogar selbst einen Laden: Einwohner sind Experten, wenn es um die Frage geht, welche Anforderungen die Infrastruktur ihrer Wohngemeinde erfüllen soll. Und es ist ihnen zunehmend ein Anliegen, bei der Gestaltung öffentlicher Bauvorhaben mitzureden. Das stellt Stefan Tittmann, Leiter des Ostschweizer Zentrums für Gemeinden der Fachhochschule St. Gallen (OZG-FHS), seit Längerem fest. «Die Ansprüche haben sich stark gewandelt», sagt er. Lasse man die Bevölkerung teilhaben, sei dies aber auch im Sinne der Verantwortlichen. «Mitwirkungsprozesse helfen, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor es an der Urne um ein Ja oder Nein zum Projekt geht.» Damit verringere sich auch das Risiko von Einsprachen und blockierten Verfahren.

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