Kulturland insektenfreundlicher gestaltet

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In der Schweiz grassiert ein massives Insektensterben. Um dies zu stoppen, soll Kulturland insektenfreundlicher gestaltet werden, fordern Naturschutzorganisationen.

Intensive Landwirtschaft und zunehmende Überbauung und Zerschneidung der Lebensräume führen in der Schweiz zu einem massiven Insektensterben. Die Menge und Vielfalt an Insekten habe in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Als Massnahmen dagegen soll Kulturland wieder insektenfreundlicher gestaltet und Pflanzenschutzmittel verboten werden.

Das ist das Fazit einer Tagung von Birdlife Schweiz und Insect Respect, an der rund 300 Personen aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Naturschutz teilnahmen.

40 Prozent gefährdet

In der Schweiz seien über 40 Prozent der Insektenarten gefährdet und 5 Prozent bereits ausgestorben. In manchen deutschsprachigen Gebieten sei die Insektenzahl um über 70 Prozent zurückgegangen.

Insekten müssten besser respektiert werden, wenn sie halten beispielsweise die Pflanzenwelt am Leben, sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette, machen die Erde fruchtbar und sicheren die Welternährung.

Stickstoffdünger ist «Erstick-Stoff»

Einer der Gründe für das Insektensterben ist die intensive Landwirtschaft. Fachleute halten fest, dass Stickstoffdünger «zum Erstick-Stoff der Artenvielfalt im Kulturland» geworden sei.

Pflanzenschutzmittel dezimierten Insekten zusätzlich, genauso wie ein «masslos übertriebener Sauberkeitswahn», etwa wenn insektenreiche Strassenränder zu Unzeit gemäht oder öffentliche Flächen mit Gift gespritzt würden. Auch die unsäglichen Laubbläser richten massiven Schaden an, die oft für eine unsinnige «Reinigung» von Gärten eingesetzt werden.

Gefordert ist nicht zuletzt die Politik: Mit Agrarpolitik AP22+, der Trinkwasser- und der Pestizid-Initiative und der Revision des Raumplanungsgesetzes ist derzeit viel in Bewegung. Das gilt es gemäss Umweltschützern zu nutzen, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. (MGT/bk)