Feuerwehr in Japan: Mit Tiger und Drachen gegen Flammen

Teaserbild-Quelle: Seattle Art Museum, Public Domain
Mit Tiger und Drachen gegen Flammen

Die Geschichte der Feuerwehr reicht in Japan bis ins 17. Jahrhundert zurück. Wegen der Erdbeben und der traditionellen Holzleichtbauweise gab es hier über Jahrhunderte immer wieder schlimme Brände. Gegen die Flammen schützten sich die Feuerwehrleute mit prächtigen Jacken. Mehr zu sehen in der Bilderstrecke.

Historische Darstellung des Meireki-Brands von 1657, in Edo (Tokio).
Quelle: 
Edo-Tokyo Museum, Gemeinfrei

Der Meireki-Brand von 1657 zerstörte Edo, das heutige Tokio, weitgehend.

Zwischen dem 17. und der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es In Japan immer wieder zu teils  katastrophalen Bränden. Ursache waren oft offene Herdfeuer, leichte Holzbauten, trockene Winter und Erdbeben. Besonders schlimm wirkten sich die Flammen in grossen, dicht bebauten Städten wie Kyoto, Osaka oder Edo, dem heutigen Tokio, aus.

Um ihre Bekämpfung kümmerten sich ab dem 17. Jahrhundert Feuerwehren. So ist eine der wohl ersten Berufsfeuerwehren 1649 im heutigen Tokio gegründet worden. Sie war in verschiedene Brigaden unterteilt, die jeweils für einen bestimmten Stadtteil zuständig waren.

Zu Beginn ging es bei der Arbeit der Feuerwehrleute darum, zu verhindern, dass die Brände auf die Nachbarschaft übergreifen: Ihre Aufgabe bestand in erster Linie darin, angrenzende Gebäude abzubrechen. Was wiederum regelmässig für Streit gesorgt haben soll, weil  Hausbesitzer fanden, dass man ihr Haus ungerechtfertigterweise abgerissen hatte. - Mit Wasser wurde erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts gelöscht.

Besonders war die Ausrüstung der Männer: Sie trugen dicke, teils prächtige Wendejacken, deren eine Seite lediglich den Namen der Brigade trug und deren andere Seite bunte Bilder schmückten. Die wahrscheinlich auf der Innenseite getragenen Darstellungen von Helden, Tieren und mythischen Wesen sollten die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit wohl vor Unfällen bewahren.

Als Schutz vor der gefährlichen Hitze dienten mehrere Schichten Baumwollstoffe, die von dicht angelegten Steppnähten zusammen gehalten wurden. Überdies waren die Stoffe mit einer Reispaste imprägniert worden, was sie zusätzlich widerstandsfähiger machen sollten. Bevor die Feuerwehrleute ihr Gewand überwarfen, tränkten sie es mit Wasser. (mai)