Kolumne zur Lehre: Jovana über die Recherche

Kolumne zur Lehre: Jovana über die Recherche

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Teaserbild-Quelle: markusspiske, pixabay, gemeinfrei
Kolumne zur Lehre: Jovana über die Recherche

Unsere KV-Lernende ist im ganzen Verlag unterwegs. Dieses Mal war Jovana in der Rechercheabteilung, die das "Rohmaterial" für den Infomanager zusammenträgt. Hier besteht der Arbeitsalltag zu einem grossen Teil aus Telefonieren. Von ihrer Arbeit und vom Unterschied zwischen Anrufer und Hörer berichtet sie in ihrer Kolumne.


                                                     Bilderstrecke: Das Telefon im Wandel der Zeit


Aufgeregt, zitternd und nervös sass ich im neuen Büro mit den sieben Frauen. Eigentlich wollte ich absolut nicht, aber ich hatte keine Wahl: Telefonieren. Der Albtraum aller KV-Lehrlinge schlechthin. Hörer vs. Anrufer – wer ist hier wohl mehr gestresst?

Alles, was ich bis zu diesem Tag über die Abteilung «Recherche» wusste: Dass die Frauen dieser Abteilung über alle Baugesuche der Schweiz recherchieren. Kern ihrer Aufgabe ist es, bei Bauherren und Architekten nach mehr Informationen zu Ihren Gesuchen zu fragen. Und ab heute war das auch meine Aufgabe für die nächsten drei Monate.

An das erste Telefonat kann ich mich sehr gut erinnern. Aufgeregt tippte ich die Telefonnummer. Ich rechnete gleich damit, dass ich jetzt am Hörer von Angerufenen zerfleischt und angeschrien werde, ich solle ihn gefälligst in Ruhe lassen. Dieser eine Satz kreiste in meinem Kopf. Mit leicht bebender Stimme fing ich schliesslich an zu sprechen: „Guten Tag Herr…“, doch anstatt angeschrien zu werden, wurde meine Frage lediglich höflich beantwortet.

Danach war meine Nervosität wie verflogen. Ich war startklar. Aber dass nicht alle Anrufer nett auf meine Anrufe reagierten, wurde mir ebenso schnell klar. Es folgten Sätze wie: „Lönd sie mich in Ruhe“ oder „Belästiget sie mich nöd“. Verscheuchen liess ich mich von solchen Sätzen aber dank meinen netten Arbeitskolleginnen nie.

Die Sparte der Telefon-Gegenübers bestand aber nicht nur aus „Lönd sie mich in Ruhe“, sondern auch aus speziellen Leuten. Wie das eine Architekturbüro, das wortwörtlich Entengesang laufen liess sobald ich anrief oder diejenigen, die plötzlich nicht mehr wussten, was ein Baugesuch genau ist. Als Laien-Anrufer weiss man meist gar nicht, wie man in solchen Fällen reagieren soll. Die beste Methode ist aber – so habe ich herausgefunden – später im Team darüber zu lachen und sich über solche Momente nicht zu ärgern.

Egal ob Anrufer oder Angerufener: Für mich persönlich ist es das wichtigste, mich von unangenehmen Telefonaten nicht aufregen zu lassen. Das ist wohl der Schlüssel zu diesem Job. Denn es gibt sie in allen Arten: unhöfliche, nette und lustige Gesprächspartner. Also muss man sich einfach sagen: "Ran ans Telefon und sich überraschen lassen." 

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Kauffrau in Ausbildung / Redaktion Baublatt

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