Kolumne zum Mittwoch: Auf die Erfolgsspur abbiegen

Kolumne zum Mittwoch: Auf die Erfolgsspur abbiegen

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Teaserbild-Quelle: libertyslens, Flickr, CC
In der Kolumne zum Mittwoch schreiben Exponenten der Branche über das, was sie bewegt. Heute ist es Benedikt Koch, Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes.

Ob nun der Stau am Gubrist oder vor dem Bareggtunnel, der stockende Verkehr zwischen Morges-Ost und der Verzweigung Ecublens oder die Verkehrsüberlastung in Mendrisio – die Verkehrsmeldungen am Radio wiederholen sich allabendlich. Wie oft habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Autoradio nicht mehr einzuschalten. Und doch informiere ich mich nach wie vor beim Autofahren über das Verkehrsgeschehen. Insgeheim auch aus der Hoffnung heraus, einmal an einem gewöhnlichen Werktag zwischen 17 und 18 Uhr nur eine einzige Meldung zu hören: «Uns liegen keine Verkehrsmeldungen vor. Wir wünschen schweizweit eine gute freie Fahrt.» Doch das ist Illusion, das (Nicht-)Vorwärtskommen im Verkehr bleibt ein Dauerthema. Und das nicht nur bei den Verkehrsinfos. Auch Nachrichtensendungen wie «Info 3» oder das «Echo der Zeit» sind ohne Neuigkeiten über nationale Verkehrsthemen kaum vorstellbar. Und zu berichten gibt es viel: Allein in den vergangenen 20 Jahren haben wir über sieben Verkehrsinfrastrukturvorlagen abgestimmt.

Bei all den parlamentarischen Debatten und den darauffolgenden Abstimmungen hat sich gezeigt: Zumindest in der Politik kommen Zugreisende viel schneller ans Ziel als Autofahrer.Denn während die beiden Bahninfrastrukturvorlagen FinöV und FABI mit über 60 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurden, gab es nur bei zwei von fünf Strassenvorlagen ein Ja: die Avanti-, die Vignetten- und die Milchkuh-Vorlagen scheiterten dagegen am Nein der strassenkritischen Bevölkerungsmehrheit. Diese sah jeweils keinen Mehrwert für sich selber.

Wer in diesen Wochen Auto fährt, hat gute Chance, einen Radiobeitrag über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) zu hören. Die Vorlage kommt am 12. Februar 2017 vors Stimmvolk. Der Abstimmungskampf hat bereits begonnen. Wie in den früheren Abstimmungsdebatten über Verkehrsthemen engagiert sich der Schweizerische Baumeisterverband auch bei Verkehrsinfrastrukturvorlage Nummer 8 wieder für ein Ja. Denn was FABI für die Schiene ist, ist der NAF für die Strasse: ein nachhaltiger Infrastrukturfonds, der Ausbau, Betrieb und Unterhalt des Schweizer Verkehrsnetzes sichert.

Mit dem NAF werden Autobahnen in Stand gehalten und Engpässe beseitigt. Doch der NAF kann noch mehr: Er ist auch die Finanzierungsquelle für Verkehrsprojekte in den Agglomerationen sowie für Hauptstrassen in den Berg- und Randregionen. Was beweist, dass die Politik aus früheren Fehlern gelernt hat und mit dem NAF eine Vorlage zur Abstimmung bringt, die für sämtliche Verkehrsteilnehmer einen Mehrwert bietet. So hoffe ich, dass ich am Sonntag, 12. Februar 2017 endlich einmal eine positive Verkehrsmeldung am Radio hören werde: die Bekanntgabe eines deutlichen Volks-Ja zum NAF.

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Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands.

Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands.