Die Kanäle von Den Haag werden wiederbelebt

Die Kanäle von Den Haag werden wiederbelebt

Teaserbild-Quelle: MVRDV
Neu-alte Kanäle für Den Haag

Eine Bürgerinitiative will die zu einem grossen Teil verschwundenen Kanäle von Den Haag auferstehen lassen - mit prominenter Beteiligung: Die Pläne dazu erstellt MVRDV auf Non-Profit-Basis.

Plan von Den Haag von 1649
Quelle: 
Wikimedia, gemeinfrei

Den Haag und seine Kanäle im Altas van Loon aus dem Jahr 1649.

Ähnlich wie Amsterdam war auch Den Haag einst von einem Netz aus Kanälen durchzogen. Im Lauf der Zeit verschwanden die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Wasserwege aus dem Stadtbild. Grund dafür dürfte die Tatsache gewesen sein, dass für Den Haag als Regierungszentrum der Niederlande der Handel auf dem Wasser und somit die Kanäle weniger wichtig waren als für andere Städte des Landes. Und so wurden, um Platz für Strassen und den zunehmenden Verkehr zu schaffen, zwischen 1910 und 1970 zahlreiche Kanäle aufgefüllt. Die Bürgerinitiative „Grachten Open“ will dies rückgängig machen und die mittlerweile verschütteten Grachten wieder auferstehen lassen.

Prinsengracht heute.
Quelle: 
MVRDV

Wo einst Wasser war, findet sich Asphalt: Auf der Prinsengracht fahren heute Trams.

An dem Vorhaben beteiligt sich auch MVRDV: Das Rotterdamer Büro plant basierend auf einer Analyse der historischen Kanäle und in Zusammenarbeit mit den Anwohnern die Wiederbelebung der Hauptkanäle. Überdies haben die Architekten von MVRDV Pläne für die Nebenkanäle erstellt, die im Zuge von Bauarbeiten im Untergrund oder neuen Gebäude ganz verloren gegangen oder zu Sackgassen oder vielmehr zu Kanalstümpfen geworden sind. Diese „Sackgassen“ sollen besondere Funktionen erhalten, beispielsweise als Schwimmkanal, als Zuhause als Koikarpfen-Teich oder als Ort zum Surfen.  

Prinsengracht nach dem Umbau.
Quelle: 
MVRDV

So könnte die Prinsengracht wieder aussehen, nachdem sie wieder auferstanden ist.

Wie es in der Medienmitteilung von MVRDV heisst, beziehen die neu-alten Kanäle das von der Stadt entwickelte „Spinoza Power 2.0“ mit ein. Es beinhaltet neben anderem die Aufhebung des Rotlichtviertels und die Sanierung seiner Strassen sowie eine neue Markthalle, mit der ein wenig genutztes Parkhaus ersetzt werden soll. Die Wiederbelebung der Kanäle bietet laut MVRDV-Gründer Winy Maas „eine einmalige Chance für eine Erneuerung der Stadt“, die sich positiv auf die Wirtschaft auswirkt und die Energiewende einen grossen Schritt weiterbringt. (mai)