Kantone Genf und Waadt schliessen Baustellen

Kantone Genf und Waadt schliessen Baustellen

Teaserbild-Quelle: Angela Compagnone, unsplash

Auf Baustellen in den Kantonen Genf und Waadt darf wegen der Ausbreitung des Corona-Virus bald nicht mehr gearbeitet werden. Dies haben die Regierungen der beiden Westschweizer Kantone am Mittwoch beschlossen.

Kran bei Sonnenuntergang
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Angela Compagnone, unsplash

Kran bei Sonnenuntergang, Symbolbild.

Im Kanton Waadt schliesst das Dekret zudem gewisse industrielle Tätigkeiten ein, sofern die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht gewährleistet werden kann. Die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite (SP) sprach an einer Medienkonferenz von einer «sehr ernsten Lage». «Gefährdete Menschen gehen weiterhin aus dem Haus und die am wenigsten gefährdeten Menschen versammeln sich weiterhin in grosser Zahl auf öffentlichen Plätzen oder am Arbeitsplatz», sagte sie.

Viele nicht wesentliche wirtschaftliche Aktivitäten gingen weiter. Der Kanton habe deshalb beschlossen, den gesamten Handlungsspielraum zu nutzen, der ihm nach den Bundesbestimmungen zur Verfügung stehe. Die Verordnung tritt am Mittwoch 18 Uhr in Kraft. Die Polizei wird Kontrollen durchführen.

Bis zu 300'000 Franken Strafe

Im Kanton Genf werden die Baustellen ab Freitag geschlossen. Wer sich nicht an das Verbot hält, riskiert hohe Strafen. «Zuwiderhandlungen können mit einer Geldstrafe von bis zu 300'000 Franken geahndet werden», sagte der Genfer Staatsrat Serge Dal Busco (CVP) an einer Online-Medienkonferenz der Regierung.

Ausnahmen können aus Gründen der Sicherheit oder eines überwiegenden öffentlichen Interesses erlaubt werden. Entsprechende Anträge werden von einem dreigliedrigen Gremium aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und dem Staat beurteilt.

Unia fordert Baustopp

Die Gewerkschaft Unia hatte die Regierungen in mehreren Kantonen dazu aufgefordert, einen Baustopp anzuordnen. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ist hingegen der Ansicht, dass mit flächendeckenden Baustellenschliessungen niemandem gedient sei. Er will die Arbeiter auf den Baustellen mit hygienischen Massnahmen und organisatorischen Anpassungen vor dem Coronavirus schützen. (sda)