Zweitwohnungs-Initiative: Einbrüche im Bündner Wohnungsbau

Zweitwohnungs-Initiative: Einbrüche im Bündner Wohnungsbau

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Die Auswirkungen der Zweitwohnungs-Initiative haben das Bündner Baugewerbe voll getroffen. Im Wohnungsbau brachen die Aufträge im ersten Semester des laufenden Jahres um 25 Prozent ein. Als Stabilisator wirkte der Tiefbau.

Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe in Graubünden ging im ersten Halbjahr 2015 um 6,9 Prozent auf total 482 Millionen Franken zurück. Das sei der tiefste Wert seit 2008, teilte der Bündnerische Baumeisterverband mit. Im Wohnungsbau betrug der Einbruch gegenüber dem Vorjahr 25,1 Prozent und im übrigen Hochbau 13,4 Prozent.

Der Rückgang bei den Wohnungen wird der Zweitwohnungsinitiative zugeschrieben, welche den Ferienwohnungsbestand je Gemeinde auf 20 Prozent beschränkt. Im gewerblich-industriellen Hochbau vermutet der Verband eine Verunsicherung über die wirtschaftliche Entwicklung als Grund für die tieferen Investitionen.

Dank Tiefbau

Effektiv gebaut wurde im ersten Semester für rund 355 Millionen Franken, was in etwa dem Wert des Vorjahres entspricht. Wohnungen wurden für 134 Millionen Franken erstellt, 4,5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Im übrigen Hochbau betrug der Rückgang 21,3 Prozent auf 42,5 Millionen Franken.

Dass das gesamte Bauvolumen gegenüber dem Vorjahressemester praktisch unverändert blieb, verdankt die Bauwirtschaft dem Tiefbau. Dort wurden Verkehrswege für 179 Millionen Franken realisiert, was eine Zunahme um 11,4 Prozent bedeutet.

Der Tiefbau stütze die Branche auch im zweiten Semester, vermutet der Verband. Im Wohnungsbau dagegen wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet.

Insgesamt 4937 Personen beschäftigte das Bündner Bauhauptgewerbe per Mitte Jahr. Das sind nur 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. (sda)