Zuviel Salz ist ungesund!

Zuviel Salz ist ungesund!

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Tonnenweise Salz wird jeden Winter gestreut. Auf Autobahnen, Hauptstrassen, aber auch auf Nebensträsschen und Troittoirs. Doch macht dies überhaupt Sinn? Die Stimmen der Streusalz-Gegnern werden immer lauter. Es sind Nostalgiker, Umweltschützer, aber auch SVP und Autofreaks.
 
zvg
Quelle: 
zvg
Nicht Schnee, sondern Salz wird hier geschaufelt.
 
Jedes Jahr geht die gleiche Angst um, kaum ist der erste Schnee gefallen: Reicht das Streusalz für den ganzen Winter? Auch heuer hat die Schweizer Rheinsalinen AG Alarm geschlagen: Die Nachfrage ist wegen des frühen Wintereinbruchs sehr hoch, die Bestellungen können nicht mehr termingerecht ausgeführt werden. Und so müssen die Kantone sparsam mit dem weissen Pulver umgehen. Zum Beispiel in Schwyz: "Momentan haben wir pro Tag nur 250 Tonnen Streusalz zur Verfügung für den ganzen Kanton", sagt Urs Germann vom Tiefbauamt des Kantons Schwyz. Viel zu wenig, fügt er an: Normalerweise müssten an einem schneereichen Tag zwischen 400 bis 500 Tonnen Salz gestreut werden.
 
Grund für die Salzknappheit sind die letzten zwei Winter, in denen überdurchschnittlich viel Salz zum Einsatz kam. Bei den Rheinsalinen arbeitet man seit April rund um die Uhr. So werden täglich rund 2000 Tonnen Salz produziert. Das reicht aber nicht. Um in Zukunft solche Salz-Engpässe zu vermeiden, soll in Riburg (AG) ein neues Lager mit einer Kapazität von 100'000 Tonnen entstehen. Der Grund für die Zunahme liegt nicht in härteren klimatischen Verhältnissen. Generell wird  heuer mehr und schneller gesalzen, weil die Gesellschaft höhrer Ansprüche an die Mobilität stellt. Mit Streusalz wird also der Verkehr in Schuss gehalten und werden Umfälle reduziert.

Grüne und SVP Hand in Hand

Aber das Salz gelangt auch in die Böden, lässt einen hässlichen braunen Matsch zurück, es greift das Schuhwerk an und nicht zuletzt die Karrosserien. Viele Gründe, um das weisse aggressive Pulver kritisch zu hinterfragen. In der Stadt Zürich wurde der grüne Gemeinderat Martin Abele aktiv. Er hält das Salzen für "unnötig, zumal es schädlich ist für Bäume, Gebäude und Fahrzeuge", sagte er "20 Minuten". Sein Postulat, auf Quartierstassen den reduzierten Winterdienst einzuführen, hat das Stadtparlement einstimmig überwiesen. Erstaunlich dabei: Selbst bei der SVP findet das Postulat Unterstützung, allerdings aus anderen Gründen. Auf den Strassen herrsche wegen des Salzes ein einziger Matsch, sagt Franktionschef Mauro Tuena. Dieser sei viel rutschiger als festgedrückter Schnee. Selbst Autofreaks machen nun mobil gegen Streusalz. Auf Facebook haben sie die Gruppe "Gegen Salz auf Schweizer Strassen gegründet". Sie richtet sich an alle fürsorglichen Autofahrer, die ihr Gefährt hegen, pflegen und über alles lieben. Die Sympathisanten der Gruppe sehen im Streusalz eine akute Gefahr für ihre vierrädrige Lieblinge, da Salz die Karrosserie angreift "scheisse aussehen lässt", wird moniert... (ka)