Zusammenschluss drückt auf Gewinn von Dorma+Kaba

Zusammenschluss drückt auf Gewinn von Dorma+Kaba

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Beim Schliesstechnologie-Unternehmen Dorma+Kaba haben die Kosten für den Zusammenschluss auf den Gewinn des ersten gemeinsamen Geschäftsjahrs gedrückt. Der Reingewinn auf Pro-forma-Basis fiel um 69,4 Millionen auf noch 117,2 Millionen Franken.

Für die Integration fielen Sonderkosten von 89,4 Millionen Franken an. Dies gab das am 1. September 2015 aus der Zürcher Kaba und der deutschen Dorma entstandene Unternehmen  bekannt. Das ist deutlich mehr als ursprünglich geplant. Früher hatte der Konzern einen Wert von über 70 Millionen Franken als Richtschnur genannt.

An der Bilanzmedienkonferenz in Zürich führte Konzernchef Riet Cadonau die höheren Kosten darauf zurück, dass insbesondere in Hochlohnländern eine grössere Zahl von Integrationsprojekten umgesetzt worden sei als zunächst vorgesehen: "Wir sind mit der Integration auf gutem Weg." Dorma+Kaba habe bereits erste Einsparungen erzielt, beispielsweise im Einkauf. Im Rahmen der Integration seien schon 250 Stellen gestrichen worden, sagte Cadonau. Bis Mitte 2018 sollen total 800 der insgesamt rund 16'000 Arbeitsplätze aufgehoben werden. Darüber hinaus fallen in Deutschland mehr als 200 Jobs einer Restrukturierung zum Opfer, damit die Profitabilität zu verbessert werden kann. Gewisse Aktivitäten werden in den Fernen Osten verlagert.

Kein Stellenabbau in Schweiz

Die Schweiz ist vom Streichkonzert nicht betroffen: "Wir planen derzeit keine wesentlichen Reduktionen", sagte Cadonau. Die Schweiz ist auf heutigem Niveau fit. Hierzulande beschäftigt der Konzern rund 800 Mitarbeiter. An anderer Stelle baue Dorma+Kaba aber auch Stellen auf, weil man wachsen wolle, sagte Cadonau. Dies betreffe nicht nur die Marktbearbeitung, sondern auch die Forschung und Entwicklung.

Wie Firnanzchef Bernd Brinker erklärte, werden auch im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende Juni) nochmals Integrationskosten von über 20 Millionen Franken anfallen. Die hohen Integrationskosten lagen klar über den Erwartungen der Finanzgemeinde und kamen bei Analysten und Investoren überhaupt nicht gut an. An der Schweizer Börse sackten die Aktien bis am Schluss um 7,9 Prozent auf 704 Franken ab und waren damit die grössten Verlierer des Tages. Vor kurzem erst hatten die Titel bei 777 Franken ein neues Allzeithoch erreicht.

Analysten mit operativer Leistung zufrieden

Dagegen zeigten sich die Analysten mit der operativen Leistung zufrieden des vergangenen Geschäftsjahrs 2015/16. Der konsolidierte Umsatz legte auf Pro- forma-Basis um 2,6 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken zu. Hier rechnete Dorma+Kaba allerdings die Folgen der Frankenaufwertung heraus, die 61 Millionen Franken Umsatz kosteten, wie Brinker erklärte. Mit den Währungseffekten wäre der Umsatz ganz leicht gesunken.

Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wies der fusionierte Konzern die Zahlen pro forma so aus, als wäre die Dorma-Gruppe bereits seit dem 1. Juli 2015 für ein volles Jahr konsolidiert. Effektiv ist sie erst seit dem 1. September 2015 und damit seit 10 Monaten in den Büchern enthalten.

Der Betriebsgewinn (EBIT) erreichte auf einer Pro-forma-Basis 278,2 Millionen Franken. Das sei ein Plus von 10,4 Prozent. Das vergangene Geschäftsjahr sei erfreulich gewesen, sagte Cadonau.

Tresorgeschäft in der Schweiz aufgegeben

Gute Ergebnisse habe Dorma+Kaba unter anderem in Nordamerika gemacht. "Wir konnten von unseren Beziehungen zu grossen und mittleren amerikanischen Hotelketten profitieren", sagte Cadonau. Diese stattet das Unternehmen mit Schliesssystemen für die Zimmertüren aus. In der Schweiz sei man dagegen nicht gewachsen. Schuld sei das Geschäft mit Tresoren, das im Juni aufgegeben worden sei. Davon waren 35 Mitarbeiter betroffen. Den meisten habe man einen neuen Job vermitteln können. Es habe nur eine Handvoll Entlassungen gegeben, sagte Cadonau.

Im laufenden Geschäftsjahr 2016/2017 erwartet das Unternehmen zu konstanten Wechselkursen eine Wachstumsrate aus eigener Kraft von rund 3 Prozent. (sda)