Zurück in die alten Läufe

Zurück in die alten Läufe

Gefäss: 
Die Alte Aare revitalisieren und im Falle eines Jahrhunderthochwassers Gefahren eindämmen – dies ist das Ziel des Schutz- und Revitalisierungsprojektes für die Alte Aare. Zurzeit liegt der entsprechende Wasserbauplan in den zehn betroffenen Gemeinden des Berner Seelandes auf.
 
Im Zentrum der Pläne des Wasserbauverbandes Alte Aare, der für das Projekt zuständig ist, stehen die Kombination von Damm- und Schutzmauerbauten sowie die Reaktivierung der Altläufe des Flusses. Zudem sollen so Überflutungsflächen zum Rückhalt von Hochwasser bei einem Jahrhunderthochwasser sichergestellt werden. Ausgelöst wurde diese Massnahmen von den Hochwassern in den Jahren 2006 und 2007. „Einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser werden wir nie erreichen“, erklärt Hermann Käser, Präsident des Wasserbauverbandes. „Es ist aber an uns, die richtigen Vorkehrungen zu treffen, um das Leben in unmittelbarer Umgebung von Gewässern zu schützen und zu sichern.“ Man sei überzeugt, dass das vorliegende Projekt den Ansprüchen an den Fluss als Gewässer-, Lebens- und Erholungsraum gerecht wird.
 
Zur Renaturierung und zum Schutz vor künftigen Hochwassern soll die Landwirtschaft einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie im Falle von Extremhochwassern Überflutungsflächen zur Verfügung stellt. Die genaue Analyse der Ausgangslage sowie die Abklärung verschiedenster Varianten zeigten laut Wasserbauverband, dass sich ein grosses Hochwasser am effizientesten mit einer fliessenden Überflutung bewältigen lässt: Bevor das Wasser in die bestehenden Läufe zurückfliesst, wird Landwirtschaftsgebiet als Überflutungsfläche genutzt. Die betroffenen Bauern sollen dafür mit Zahlungen seitens des Wasserbauverbandes und des Kantons entschädigt werden. Dennoch erwartet der Verband Einsprachen gegen das 23 Millionen Franken schwere Vorhaben, allerdings hat er sich zum Ziel gesetzt, diesen Frühling die Einspracheverhandlungen zu führen und das Bewilligungsverfahren im Laufe des Sommers abzuschliessen. Danach soll das Bundesamt für Umwelt zusammen mit dem Kanton über die Finanzierung befinden. Läuft alles nach Plan, starten die Bauarbeiten frühestens im Winter 2013. - Das Projekt betrifft die Gemeinden zwischen Aarberg im Süden und Meienried oder vielmehr Büren an der Aare im Norden. (mai/mgt)