Zurück auf Feld eins

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Gefäss: 
Wie das Sarneraatal vor Hochwasser geschützt wird, ist wieder völlig offen. Der Obwaldner Kantonsrat hat am Freitag einstimmig entschieden, neben der Flussverbreiterung auch zwei Stollenvarianten weiterzuverfolgen.

Eigentlich war die Sache entschieden. Regierung, Parlament und Volk hatten sich 2007 hinter die Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa gestellt. Damit sollte die Abflusskapazität erhöht und das Tal vor dem in letzter Zeit gehäuft auftretenden Hochwasser geschützt werden.
 
Als der Entscheid fiel, rechnete man mit Kosten von 47 Millionen Franken. Im Bauprojekt war die Summe plötzlich auf 76 Millionen Franken angeschwollen. Das führte zu heftiger Kritik an Baudirektor Hans Matter, worauf dieser im Herbst kurzfristig den Hut nahm. Damit erhielten die Projektgegner wieder Aufwind.
 
Vorab in Sarnen hatten sich Bewohner aus Gründen des Ortsbildschutzes gegen die Verbreiterung gewehrt. Sie unterlagen, weil der von ihnen bevorzugte Stollen Ost mit geschätzten 69 Millionen Franken damals noch teurer war.
 
Heute ist ein Entlastungstollen zwischen Kerns und dem Wichelsee (Ost) wieder eine realistische Variante. Dazu aber kommt nun noch eine von der Regierung vorgeschlagene Stollenvariante West unter dem Landenberg hindurch.
 
Die Regierung beantragte, die beiden Stollenvariante bis zur Baureife zu verfolgen. Sie sollen dann zusammen mit dem Projekt Tieferlegung und Verbreiterung dem Kantonsrat – voraussichtlich im Sommer 2011 - zum Entscheid vorgelegt werden.

Warten auf Hochwasserschutz

Gingen die Emotionen in der Diskussion über den Hochwasserschutz in den letzten Monaten hoch, blieb die Debatte im Kantonsrat am Freitag sehr verhalten. Offenbar hatte die Regierung einen für alle Seiten akzeptablen Weg aus der verfahrenen Situation gewiesen und der Opposition den Wind aus den Segeln genommen.
 
Wie der Hochwasserschutz im Sarneraatal dereinst aussieht, ist somit wieder völlig offen. Klar ist nur: Auf den Hochwasserschutz muss man noch länger warten. Und es fallen zusätzliche Planungskosten an. Nicht unerheblich wird sein, welche Variante der Bund favorisiert und entsprechend subventioniert.
 
Bleibt das Unbehagen an den Mehrkosten von 60 Prozent an der Tieferlegung. Die SVP-Fraktion hatte eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) über das Baudepartement verlangt. Nachdem aber eine Untersuchung und Massnahmen für eine bessere Kontrolle in die Wege geleitet wurden, beharrte die SVP nicht mehr auf der PUK. (sda)