Zunfthaus zur Zimmerleuten neu aufgebaut

Zunfthaus zur Zimmerleuten neu aufgebaut

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Das Zunfthaus zur Zimmerleuten, eines der bedeutendsten Prunkstücke der Zürcher Altstadt, erstrahlt in neuem Glanz. Drei Jahre nach dem Grossbrand wurde das weitgehend originalgetreu restaurierte Gebäude letzten Samstag wieder eröffnet.
 
Die Zunftmusik in historischen Uniformen und Zunftdelegationen mit ihren Fahnen verbreiteten so etwas wie Sechseläuten-Stimmung, als Regierungsrat Markus Kägi und Zunftmeister Rudolf Bodmer zur Eröffnungszeremonie schritten: Gemeinsam durchtrennten sie vor dem Haupteingang ein rotes Band und erklärten das Zunfthaus offiziell für eröffnet.
 
An der Medienkonferenz bezeichnete der Zürcher Baudirektor Markus Kägi den Wiederaufbau als "absolut gelungenen". Die Handwerkskunst und die Liebe zum Detail, mit der die vom Feuer zerstörten Räumlichkeiten rekonstruiert worden seien, verdienten ein grosses Kompliment. Das Zunfthaus zur Zimmerleuten sei eines der bedeutendsten historischen Gebäude in der Zürcher Altstadt, betonte Kägi. Bei allem Leid, das der Brand vor drei Jahren verursacht habe, freue er sich darüber, dass nun wieder das gesellige Zunftleben Einzug halten könne.
 
Ein Dachstockbrand hatte in der Nacht zum 14. auf den 15. November 2007 das Zunfthaus am Limmatquai nahezu vollständig zerstört. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten durch den einstürzenden Dachstuhl getötet und mehrere Personen wurden verletzt.
 

Wertvolles erhalten, Verlorenes rekonstruiert

Der Wiederaufbau des rund 850-jährigen Zunfthauses gestaltete sich "äussert komplex", wie der leitende Architekt Ernst Rüegg ausführte. Nur dank 800 Originalteilen, die aus dem Brandschutt gerettet wurden, habe der historische Zustand weitgehend wieder hergestellt werden können.
 
Der Wiederaufbau des Zunfthauses verschlang 17,5 Millionen Franken. Davon übernahm die Gebäudeversicherung rund zehn Millionen Franken. Rund je zwei Millionen Franken steuerten die Zunft zur Zimmerleuten und die Denkmalpflege bei. Vier Millionen Franken musste die Zunft über Spenden beschaffen.
 
Eng begleitet wurde der Wiederaufbau von der Kantonsarchäologie und der Denkmalpflege. Nach anfänglichen Meinungsverschiedenheiten habe man gut zueinander gefunden, sagte Zunftmeister Rudolf Bodmer. Trotz restriktiver Auflagen sei es gelungen, das Zunfthaus auch mit moderner Infrastruktur für einen zeitgemässen Gebrauch nutzbar zu machen. (sda)