Zumthors Musikhotel Braunwald: Land in Sicht

Zumthors Musikhotel Braunwald: Land in Sicht

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Teaserbild-Quelle: Bild: wikimedia commons (bearbeitet)
Nach langem Warten kommt etwas Bewegung in Zumthors Projekt, das Musikhotel Braunwald. Ein hübscher Flecken Erde in den Glarner Alpen wurde dafür bereits gekauft.

Birchermüesli plus Bartók gleich Braunwald. Eine Gleichung mit drei Bekannten. Damals jedenfalls, als die gleichnamige Streusiedlung auf 1300 Meter Höhe noch Weltruhm genoss, man quasi direkt mit dem Zug von Paris anreisen konnte. Geblieben sind Erinnerungen an bessere Zeiten, denn die Sonnenterrasse in den Glarner Alpen, einst ein Skiort für Wohlhabende, fristet heute ein Schattendasein. Nur mehr per Seilbahn erreichbar, sinken die Übernachtungszahlen zusehends.

Unten im Tal zeugen Industriebrachen derweil vom wirtschaftlichen Verfall der Region. Doch die Regierung der Gemeinde Glarus Süd, wozu der Ort Braunwald gehört, will davon nichts hören und wieder auf Tourismus setzen. Helfen soll kein geringerer als Architekt und Pritzkerpreisträger Peter Zumthor. Sein Plan, ein Musikhotel in Braunwald zu bauen, ist seit langem bekannt. Konzepte und Pläne hat wohl noch niemand gesehen, doch eines gilt als sicher. Es geht exakt um drei Dinge – Musik, Musik und nochmals Musik.

Nun haben Architekt und die Stiftung Musikhotel Braunwald dem Vernehmen nach das passende Grundstück gefunden. Vor dessen Erschliessung haben die Gottheiten des Musikerhimmels jedoch den Bau einer Transportseilbahn und eine Umzonung gesetzt, die sowohl Glarus Süd, als auch der Kanton Glarus genehmigen müssen. Der Kauf des Fleckchen Lands wurde zwar im Dezember besiegelt, doch der Rubschen, eine sanft ansteigende Wiese mit Hangrücken und rund einen Kilometer von der Braunwaldbahn entfernt, ist heute eine Landwirtschaftsfläche.

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Noch sind Inhalt und Form des Musikhotels Braunwald auf dem Rubschen unscharf.

Das Büro Zumthor nutzt nun die Wartezeit und arbeitet weiter an Inhalt und Form des Hotels. Auch die Kosten bleiben daher eine Gleichung mit mehreren Unbekannten. „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück. Ich brauche weiter nichts, als nur Musik, Musik, Musik, Musik,“ sang einst Marika Rökk. Doch das ist ein gefühltes Jahrhundert her, Annette Ringier zum Glück im Stiftungsrat und Zumthor hinlänglich dafür bekannt, dass man bei ihm keinen Porsche zum Preis eines Volkswagens bekommt.(tw)