Zumthor will Grünräume im Mittelland einzonen

Zumthor will Grünräume im Mittelland einzonen

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Peter Zumthor findet lobende Worte für Bündner und Zürcher Baukultur. Und er möchte im Mittelland am liebsten Grünräume einzonen um einen grossen Park zu schaffen. Dies verriet er im Interview mit der gestrigen Ausgabe der „NZZ am Sonntag“.

Seit den 80er-Jahren habe sich in Graubünden einiges getan, erklärt Zumthor. Damals sei es noch schwierig gewesen für ein modernes Gebäude eine Baugenehmigung zu erhalten. Heute sieht es laut dem Architekten anders aus: „Von den 60er- bis 70er-Jahren suchte man mit Stahl-Glas-Bauten einen Kontrast. Heute dagegen wollen viele Architekten einen Dialog mit der Umgebung.“ Allerdings sieht er diese Qualität vor allem bei kleineren Projekten. Ästhetisch sensible Architekten bewegten sich in Nischen. „Bei den grossen touristischen Bauprojekten würde man keine Funde machen.“ Den Grund dafür sieht darin, dass Bauen Bauwirtschaft heisse und dass dies kommerziell sei.

Zumthor lobt auch Zürich, wo derzeit die neue Bauzonenordnung bei Architekten und Immobilienfachleuten für Unverständnis sorgt. Er sehe Entwickler, die es besser als „der breite Durchschnitt“ machen wollten. So erwähnt er etwa die Zürich West, das völlig neu entwickelt wurde. Und man habe Plätze gebaut. Politiker, Bauamt und Investoren würden an die Stadt denken. „Es gibt einen Sinn für die Öffentlichkeit.“

Aber auch im Grossraum Zürich oder vielmehr im gesamten Mittelland sieht er Handlungsbedarf: „Mir ist die Schweiz zu zerstückelt.“ Man wünsche sich, dass nicht jede Gemeinde eine Gewerbezone hätte und nicht jedes Mal dieses Modell aus Dorfkern und Peripherie zum Zug käme. Am liebsten möchte Zumthor im Schweizer Mittelland alles einzonen, was noch grün ist. Dies ermöglichte laut Zumthor einen grossen Park, der vom Genfersee bis nach St. Gallen reicht. Im Rest könnte die Besiedelung zusammenwachsen und „zu einer richtigen Stadt werden“. (mai)