Zumthor macht Drohung wahr

Zumthor macht Drohung wahr

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Teaserbild-Quelle: Micha L. Rieser
Der Kampf um die Zukunft der Therme Vals (GR) geht in die nächste Runde: Der Architekt des Bades, Peter Zumthor, hat zusammen mit einer Interessengemeinschaft eine Kaufofferte eingereicht.
Micha L. Rieser
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Micha L. Rieser
Die Zukunft des vom Stararchitekten Peter Zumthor entworfenen Thermalbads Therme Vals bleibt unklar.
 
Peter Zumthor macht seine Drohung wahr: Nachdem im November bekannt geworden war, dass der Immobilienunternehmer Remo Stoffel in Vals einen Hotelneubau für 50 Millionen Franken realisieren und die bestehenden Anlagen sanieren will, hatte sich Peter Zumthor bereit erklärt, die von ihm entworfene Anlage selber zu kaufen. Ihm passte es nämlich nicht, dass dort nun gebaut werden soll. Ursprünglich plante der Verwaltungsrat des Bades die Therme Vals lediglich zu erweitern. Die Pläne dafür stammen ebenfalls von Zumthor. Allerdings erwies sich sein Entwurf als zu teuer, weshalb es zum Streit zwischen den Parteien kam. Daraufhin sprang Stoffel in die Bresche. Zumthor, der sich nach eigenen Angaben „um das kümmert, was er mal angefangen hat“, begann kulturell interessierte Liebhaber als Investoren zu suchen, um sich die Anlage selber zu kaufen und seine Pläne umsetzen zu können. Dies ist ihm nun gelungen. In einer Mitteilung schrieb er, dass eine Interessengemeinschaft (IG) gegründet wurde, die nun fristgerecht eine Kaufofferte eingereicht habe. Die Details des Angebots will die IG im Januar präsentieren. Dann sollen auch deren Mitglieder vorgestellt werden und ihre Ideen zur Zukunft des international bekannten Thermalbades.
 

Volk hat das letzte Wort

Der Verwaltungsrat hatte sich bisher gegen ein stärkeres finanzielles Engagement Zumthors gewehrt. Die «öffentliche Darstellung», Zumthor sei der Garant für Qualität und Kultur der Anlage, sei nicht nachvollziehbar, schrieb der Verwaltungsrat im November. Wunschkäufer des Verwaltungsrates ist von daher der Churer Unternehmer Remo Stoffel. Als nächster Schritt sollen nun alle Offerten von einem externen Fachberater der Gemeinde beurteilt werden. Das letzte Wort zur Zukunft der Therme haben aber die Stimmbürger. Die Gemeindeabstimmung dürfte spätestens Anfang März stattfinden, denn nur bis dann gilt Stoffels Angebot. (ffi/sda)
 
 
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