Zug: Stadtentwässerung durch Riesentunnel

Zug: Stadtentwässerung durch Riesentunnel

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Teaserbild-Quelle: zvg

In Zug wird in acht Metern Tiefe unter der Stadt hindurch ein Entwässerungstunnel gebaut. Mit einem Durchmesser von 2,7 Metern und einer Länge von 1,8 Kilometern ist es eins der grössten Projekte dieser Art in Europa.

Seit der Zuger Stadtrat Mitte der 90er-Jahre punkto Siedlungsentwässerung einen Wechsel vom Misch- zum Trennsystem beschlossen hat, wird das Projekt kontinuierlich vorangetrieben. In Kürze wird mit dem Bau der «Hauptvorflutleitung Zugersee» begonnen. Wie es in einer Mitteilung heisst, stellt dies einen Meilenstein dar. Denn der Tunnel ist in seinen Ausmassen beachtlich: Sein Durchmesser beträgt fast drei Meter, und er wird beinahe zwei Kilometer lang sein. Damit sei das «ehrgeizige Projekt» eins der grössten seiner Art in Europa, schreibt die Stadt.

Der Tunnel hat die Funktion einer Aorta für die Stadtentwässerung. Er leitet unverschmutztes Regenwasser aus dem dicht bebauten Gebiet Zug Nord in den Zugersee. Die Leitung führt kreuz und quer in acht Metern Tiefe unter der Stadt hindurch. Nach ihrer Fertigstellung verläuft sie von der Göblistrasse bis zur Einmündung der Gubelstrasse unter der Industriestrasse. Ein weiterer Strang führt vom südlichen Ende der Industriestrasse ebenfalls zur Abzweigung Gubelstrasse. Dort geht es unter dem Gubelloch hindurch weiter bis zum Kreisel an der Aabachstrasse, wo sie in Richtung Schützenmatt abfliesst und 300 Meter vom Ufer entfernt am Seegrund in den Zugersee fliesst.

Gebohrt wird mit einer ähnlichen Tunnelbohrmaschine, wie sie für den Bau des Gotthard-Basistunnels verwendet worden ist – natürlich in einem deutlich kleineren Ausmass. Fünf grosse Bauschächte (Start- und/oder Zielschächte) sind für die Umsetzung des 19,5-Millionen-Projekts notwendig. Gebohrt wird im Microtunneling-Verfahren. Zugs Bauchef André Wicki: «Dieses Verfahren ist eine Meisterleistung der Ingenieure. Es geht schneller, ist kaum hörbar und erst noch günstiger, als wenn man die Strassen auf der gesamten Strecke aufreissen müsste.»

Die Vorbereitungsarbeiten haben mit der Verschiebung des Kreisels an der Aabachstrasse begonnen. Die eigentlichen Bauarbeiten starten dann Anfang Februar. Im Herbst 2018 wird die Hauptschlagader der Zuger Stadtentwässerung fertiggestellt sein. (mt/pd)