Zuerst geplant und dann verklagt

Zuerst geplant und dann verklagt

Gefäss: 
Eigentlich hätte der Zürcher Architekt Christian Kerez  das Museum für moderne Kunst in Warschau bauen sollen. Doch nun hat ihm die Verwaltung der polnischen Hauptstadt den Vertrag aufgekündigt und ihn gleichzeitig auf Schadenersatz von umgerechnet zwei Millionen Franken verklagt.
 
Kerez hatte 2007 einen internationalen Wettbewerb für den Bau des Museums gewonnen und sich dabei gegen verschiedene lokale Konkurrenten durchgesetzt. Seither war der Architekt damit beschäftigt, den Prestigebau in Warschaus Stadtzentrum zu planen. Die Stadtbaubehörde habe immer wieder neue Wünsche an ihn herangetragen, wird Kerez in der Neuen Zürcher Zeitung zitiert. So hat die Stadt über die ursprüngliche Einigung hinaus etwa den Einbau eines Theaters, eines Cafés und kommerziell nutzbarer Räume gefordert.
 
Die Schadenersatzforderung begründet die Stadt Warschau damit, dass Kerez die Baueingabe zu spät getätigt und auch sonst für Verzögerungen im Projekt verantwortlich sei. Gemäss dem Architekt ist die Baueingabe jedoch plangemäss im Jahr 2010 durchgeführt worden. "Die Stadtbaubehörde selbst hat es versäumt, die Infrastrukturplanung für das Gebiet um den geplanten Museumsstandort zu machen", sagte Kerez gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Zudem habe sie noch nicht einmal das für den Bau benötigte Grundstück gekauft. Ob der Architekt nun selbst rechtliche Schritte gegen die Stadt Warschau einleitet, ist  noch nicht klar. (sda)