Zürich: Bauprofile sollen Diskussion um Uniquartier versachlichen

Zürich: Bauprofile sollen Diskussion um Uniquartier versachlichen

Gefäss: 

Die hitzigen Diskussionen rund um die geplanten markanten baulichen Veränderungen im Zürcher Hochschulquartier sollen versachlicht werden. Ein Verein möchte deshalb an rund 50 Punkten Bauprofile aufstellen und so die Dimensionen des Vorhabens augenfällig machen.

Nach Ansicht des Vereins für eine sichtbare Zukunft vermitteln die bisherigen Visualisierungen und Skizzen lediglich ein digitales Bild der baulichen Zukunft des Hochschulquartiers im Stadtzentrum. Dieses verhelfe der Zürcher Bevölkerung nicht zu einer umfassenden Meinungsbildung, teilte der Verein mit. "Erst in der direkten Begegnung mit der Masse der geplanten Bauten kann reflektiert, diskutiert und überprüft werden, wie es sich im neuen Quartier leben und arbeiten lässt", heisst es in der Mitteilung weiter. Deshalb schlägt der Verein vor, das Grundvolumen des Vorhabens mit rund 50 Punkten im nächsten Frühling auszustecken. Hierfür haben sie das Bertholdareal im Auge. Es umfasst das Gebiet für die Universitäre Medizin innerhalb des Hochschulquartiers und wird von der Gloriastrasse, der Universitätsstrasse und der Rämisstrasse begrenzt.

Ein Generationenprojekt

Rund um die Universität, das Universitätsspital und die ETH Zürich sollen in den nächsten rund 30 Jahren neue Gebäude, Parks und ein Campus-Boulevard entstehen. Das Generationenprojekt "Hochschulgebiet Zürich Zentrum" beschäftigt die Gemüter seit langem. Widerstand gegen das Generationenprojekt formiert sich vor allem aus den betroffenen Quartieren. Da die Planungshoheit jedoch beim Kanton liegt, sind deren Einflussmöglichkeiten gering. Die Verantwortlichen betonen jedoch immer wieder, wie wichtig ihnen der Dialog mit den Betroffenen aus den Quartieren sei.

Der Verein ist eben zu diesem Zweck gegründet worden. Wie es in der Mitteilung heisst, strebt er eine «unaufgeregte Diskussion zum Projekt Berthold an». Er besteht aus den Künstlern Attila Maria Wittmer und Florian Paul Koenig, dem Architekt Jonathan Banz und dem Städtebauer Paolo Giannachi. Das Künstlerduo arbeitet «seit längerem mit dem Material des Bauprofils und beschäftigt sich vertieft mit der Rolle dieses Objekts». Die Frage nach dessen Rolle für demokratische Prozesse stelle sich immer wieder in ihren Projekten. Banz und Giannachi entwickeln Architekturprojekte. Der Stadtraum Zürich beschäftigt die beiden laut Mitteilung seit längerem, auch schon während ihres Studiums der Architektur an der ETH. Giannachi hat ausserdem im Rahmen seiner Masterarbeit den Städtebau des Hochschulquartiers untersucht. (sda/mt)