Zügelaktion für gefährdete Schnecken kostet 116‘000 Franken

Zügelaktion für gefährdete Schnecken kostet 116‘000 Franken

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Teaserbild-Quelle: Alexander Mrkvicka, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

Grosse Zügelaktion für winzige Tiere: Auf einer Magerwiese beim Basler Dorenbach-Viadukt sind gefährdete Schneckenarten zu Hause. Damit sie wegen der anstehenden Bauarbeiten für eine neue Tramlinie nicht unter die Baggerraupe geraten, werden sie umgesiedelt.

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Alexander Mrkvicka, CC BY-SA 3.0, Wikimedia
Gefährdete Tierchen: Quendelschnecken.

Während manche Schnecken für Gärtner eine Plage sind, sind andere vom Aussterben bedroht. Die Quendelschnecke gehört zur zweiten Kategorie. Obwohl ihr Häuschen eine markante Zeichnung aufweist, dürfte sie leicht übersehen werden. Schliesslich ist sie relativ klein, ihr Gehäuse wird lediglich zwischen 3 bis 6 Millimeter hoch. Am wohlsten fühlt sie sich an warmen, trockenen Orten, etwa auf Felsmauern oder Trockenwiesen.

Ein Gebiet mit solch idealen Bedingungen befindet sich beim Dorenbach-Viadukt. Doch nicht mehr lange: Demnächst fahren dort die Bagger für den Bau der neuen Tramlinie Basel-Binningen auf, oder vielmehr für den Margarethenstich. Dabei handelt es sich um ein 300 Meter langes Teilstück, das von der Baselbieter Bau- und Planungskommission dieser Tage gut geheissen worden ist. Kommenden Donnerstag muss der Landrat darüber befinden. Total wurde das Bauvorhaben mit 21 Millionen Franken veranschlagt.

Damit die Quendelschnecken und mit ihnen ein Dutzend weiterer bedrohter Weichtiere ihr Zuhause nicht verlieren, sollen sie nun umgesiedelt werden, und zwar auf den Grund über dem neuen Tunnel der A22 im Baselbiet zwischen Füllinsdorf und Liestal. Dies berichtete die Basellandschaftliche Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Zügelaktion ist relativ aufwendig: Die Schnecken, die derzeit Winterschlaf halten, werden nämlich mitsamt dem Boden ausgehoben und an den neuen Ort gebracht. Erschwerend dürfte bei diesem Vorhaben hinzukommen, dass der Grund relativ trocken ist und deshalb leicht bricht. – Ein erste Probeumsiedlung hat jedoch gezeigt, dass es möglich ist.

Auf den ersten Blick erscheinen die Kosten mit 116‘000 Franken relativ hoch. Sie machen jedoch nur rund 0.5 Prozent der Gesamtkosten für das Bauprojekt aus. (mai)