Zombies helfen bei Experiment

Zombies helfen bei Experiment

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Foto: flickr.com / Joel Friesen

Untote sind in. Das zeigen die vielen Filme, die über sie gedreht wurden. Der neuste ist „World War Z“ von Marc Forster, bei dem sich riesige Zombiehorden scheinbar blöd hin und her bewegen. Was aber kann man davon lernen? Eine Menge. So zum Beispiel wie sich Massen in Gefahrensituation verhalten.

Foto: flickr.com / Joel Friesen
Quelle: 
Foto: flickr.com / Joel Friesen
Um mehr über das Fluchtverhalten des Menschen zu erfahren, haben Wissenschaftler Zombies in ihr Experiment miteinbezogen.

Dieses Phänomen zu untersuchen, war die Idee einer britischen Forschungsgruppe der Universität von Essex. Eigens zu diesem Zweck haben die Wissenschaftler unter der Leitung von Nikolai Bode das Festival „ZombieLab“ im Londoner Science Museum aufgesucht. Die Probanden mussten die Panik aber nur virtuell durchleben.

Ihre Aufgabe war es, am Computer zu entscheiden, welchen Fluchtweg sie nehmen würden, wäre das Gebäude voller Zombies. Neben der eigenen Figur und den Zombies waren auch andere Charaktere im Programm zu sehen, die die in Panik ausgebrochene Masse simulierte. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur wenn kein Zeitdruck herrscht, wählen die Menschen den vernünftigsten, sprich den kürzesten Weg und sind flexibel ihre Entscheidung umzustossen, wenn sie sich als unpraktikabel erweist. Unter Stress allerdings, bevorzugten die Probanden den Weg, von dem sie gekommen sind, auch wenn er länger und von anderen blockiert ist. Darüber hinaus zeigten sie sich auch uneinsichtig, sprich sie wollten das Gebäude um jeden Preis über den bereits gewählten Weg verlassen, statt sich einen anderen, besseren Fluchtweg zu suchen. Das Überraschende an dieser Erkenntnis ist, dass die Menschen nicht wie bisher angenommen ein Herdenverhalten an den Tag legen, sondern sich individuell verhalten, was das Chaos jedoch verschlimmert.

Die nächste Frage, mit der sich Nikolai Bode nun beschäftigen will, ist, wie man das Chaos besser in den Griff kriegt. Er will die Fluchtwege in seinem Computerspiel mit verschiedenen Markierungen, Notausgang-Zeichen und Wegweisern versehen, um zu untersuchen, ob das Verhalten der Menschen dann koordinierter abläuft. Seine Ergebnisse will er Architekten zur Verfügung stellen. „Vielleicht können sie dadurch ihre Gebäude sicherer gestalten“, sagt er. (ffi)

Im Film „World War Z“ haben sich die Filmemacher übrigens auch Gedanken Gedanken darüber gemacht, wie sich die Massen bewegen. Dazu verraten sie mehr im folgenden Film: