Zentralschweiz im Aufwind

Zentralschweiz im Aufwind

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Im Seetal ist der grösste Windpark der Zentralschweiz in Planung. Ein kleines, aber positives Zeichen in einer von nuklearen Hiobsbotschaften geprägten Zeit.
 
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Vielleicht wird die kleine Windanlage im Entlebuch bald von grösseren Projekten flankiert werden.
 
Zurzeit geht die grösste Windenergiekonferenz und -messe Europas über die Bühne. In Brüssel plädiert allen voran die EWEA (European Wind Energy Association) für klare Strategien und für grössere Investitionen in die Windenergie. "Die Windbranche erwartet Investitionen von rund 400 Milliarden Euro bis 2030. Dazu braucht sie eine stabile und sichere EU-Energiepolitik", sagt Arthouros Zervos, Präsident der EWEA. Bis dann könnte die Windenergie schätzungsweise 28,5 Prozent von Europas Energiebedarf decken, prognostiziert die Institution.

Bessere Chancen für grössere Anlagen

Mit kleineren (finanziellen) Brötchen backen die Initianten des Windparks Lindenberg: Auf bis zu 60 Millionen Franken werden die Investitionskosten geschätzt. Und zwar für die Maximalvariante mit sieben Turbinen, die zusammen Strom für rund 7000 Haushalten liefern sollen. Geplant ist der Windpark in den Seetaler Gemeinden Müswangen, Hitzkirch und Beinwil. "Wir gehen davon aus, dass in Zukunft vor allem Windparks bewilligt werden und weniger Einzelanlagen – sowohl aus landschaftsschützerischen Gründen als auch aus Effizienzgründen", sagte Hans Peter Stutz vom regionalen Entwicklungsträger Idee Seetal AG der Neuen Luzerner Zeitung. Hinter dem Projekt stehen drei Parteien: die private Gesellschaft Windenergie Lindenberg, die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) und ein Konsortium bestehend aus der AEW Energie AG, den Services Industriels de Genève (SIG) und der Firma Reninvest SA. 
 
In der Zentralschweiz stehen bislang erst zwei grosse Windanlagen: Auf dem Gütsch ob Andermatt UR betreibt das Elektrizitätswerk Ursern drei Windräder. Im Kanton Luzern besteht eine Anlage im Feldmoos auf der Rengg. Zudem planen die CKW in der Gemeinde Entlebuch ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 80 Metern. Im Vergleich zu vielen andern europäischen Ländern hinkt die Schweiz tüchtig hinterher im Bereich Windenergie. Bleibt zu hoffen, dass der Windpark Lindenberg die noch bestehenden Hürden nimmt und schon bald ein Vorbild für viele weitere Windanlagen in der Schweiz sein wird. (ka)