Zehnder: Flaute bei Heizkörper-Verkäufen drückt auf Ergebnis

Zehnder: Flaute bei Heizkörper-Verkäufen drückt auf Ergebnis

Gefäss: 

Im 2016 hat Zehnder eine Flaute in wichtigen Märkten erlebt: Die Erträge aus Heizkörperverkäufen in Frankreich, Grossbritannien und der Schweiz schwächelten, was wiederum auf Profitabilität drückte. Der Heizungs- und Lüftungshersteller hat daher weitere Restrukturierungsmassnahmen ergriffen.

Zwar schoss der Reingewinn im vergangenen Jahr von 0,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 28,1 Millionen Euro hoch und der Betriebsgewinn (EBIT) von 5,2 auf 43,4 Millionen Euro. Ohne Einmaleffekte zeigt sich allerdings ein gegenteiliges Bild: Das Betriebsergebnis halbierte sich fast von 27,0 auf 15,1 Millionen Euro. Dies teilte das Unternehmen heute Montag mit. Grösster Einmaleffekt war der Verkauf einer alten Fabrikliegenschaft in Peking: Dieser spülte 40,3 Millionen Euro in die Unternehmenskasse. Auf der anderen Seite belasteten einmalige Restrukturierungskosten von 12,0 Millionen Euro.

Zehnder hatte bereits 2015 ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, das 2016 abgeschlossen worden ist. Die ungenügende Profitabilität habe die Gruppenleitung aber zu weiteren punktuellen Restrukturierungsmassnahmen gezwungen, schreibt das Unternehmen. So wurde unter anderem die Produktion des Badeheizkörpers Yucca vom deutschen Lahr ins polnische Boleslawiec verlagert. In Schweden schloss man das Administrations- und Vertriebsbüro in Täby und integrierte es in den Produktionsstandort in Motala. Des Weiteren nahm Zehnder in Europa eine Wertberichtigung auf Anlagen zur Produktion von Heizkörpern vor.

Grossbritannien und der Brexit

Auf die Profitabilität drückten einerseits der Trend hin zu günstigeren Heizkörper-Modellen, andererseits die ungenügende Auslastung der Werke in Frankreich, der Schweiz und China. Negativ wirkte sich auch die Abwertung des britischen Pfunds infolge des Brexits aus. Dabei hatte das Jahr eigentlich gut begonnen: In der ersten Jahreshälfte habe sich die Gruppe im Rahmen der Erwartungen entwickelt, schreibt Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder im Geschäftsbericht. In den letzten, traditionellerweise besonders umsatzstarken Monaten des Geschäftsjahrs, sei jedoch eine überraschende Flaute eingetreten.

Der Umsatz stieg im gesamten Geschäftsjahr lediglich um 1 Prozent auf 538,9 Millionen Euro. Insbesondere bei den Heizkörperverkäufen in Frankreich und Grossbritannien, aber auch in der Schweiz, harzte es. Frankreich als bisher grösster Absatzmarkt wurde infolge eines rückläufigen Wohnungsbaus und einem Trend hin zu günstigeren Modellen beim Umsatz von Deutschland überholt, wo es deutlich besser lief. Und in Grossbritannien, dem drittgrössten Markt, belastete der Brexit-Entscheid die Umsätze. Insgesamt verharrten die Erlöse in Europa, wo 87 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet werden, auf Vorjahresniveau. Allerdings gaben vor allem die Umsätze im gesättigten Heizkörper-Markt nach, während Zehnder mit Lüftungen gute Geschäfte machte.

Energieeffzientes Bauen wirkt sich positiv auf den Bereich Lüftungen aus

Der Umsatzanteil von Lüftungen kletterte von 38 auf 40 Prozent. Das Geschäftsfeld habe vom Trend zum energieeffizienten Bauen und vom Bedürfnis nach einem gesunden Raumklima profitiert, schreibt Zehnder. Die Gruppe plant deshalb weitere Investitionen in diesem Geschäftsfeld. So will Zehnder nun in der Nähe von Shanghai in eine neue Fabrik in investieren. Wegen der gravierenden Umweltverschmutzung verspricht sich die Zehnder-Gruppe in China Wachstum mit Lüftungen.

Aber auch bei den Heizkörpern wittert Zehnder Verbesserungen. Die Gruppe geht davon aus, dass weitere Wettbewerber aufgeben und sie somit in dem stagnierenden Markt Anteile hinzugewinnen kann. Zur Stärkung der Marktposition und zur Ausschöpfung der mittelfristigen Wachstumspotenziale erhöhte Zehnder 2016 die Ausgaben in Produktentwicklung, Verkauf und Informatik.

Doch der Ausblick für 2017 ist nicht rosig. Für das laufende Jahr blieben die relevanten Märkte anspruchsvoll, hält Zehnder fest. Zudem stiegen die Stahlpreise, während der Preisdruck der Kunden zunehme. Die Gruppe will deshalb ihre Kosten weiter senken. (sda/mai)