Zaha Hadid ist gestorben

Zaha Hadid ist gestorben

Gefäss: 

Zaha Hadid ist tot. Die irakisch-britische Stararchitektin erlag überraschend heute Donnerstag in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt. Sie sei zuvor wegen einer Bronchitis behandelt worden, heisst es in der Medienmitteilung ihres Londoner Büros.

Die Architektin  hat 2004 als erste Frau den Pritzkerpreis erhalten. „Sie war eine wahre Pionierin der Architektur“,  teilt die Stiftung der legendären Auszeichnung zum Tod Hadids mit. Sie stehe für die hohen Ansprüche, die der Pritzkerpreis stelle. Allerdings war die gebürtige Irakerin nicht nur  Preisträgerin, sondern sass während eines Jahres auch in der Jury.

Obwohl sie mit ihren dynamischen und extravaganten Entwürfen zahlreiche Wettbewerbe gewonnen hatte, wurden viele  am Ende gar nicht  umgesetzt. Das trifft auch auf ihr erstes Privathaus zu: Es hätte in Küsnacht an der Zürcher Goldküste zu stehen kommen sollen. Das rund 30 bis 40 Millionen Franken teure Projekt wurde nie gebaut, weil sich kein Käufer finden liess. Nur eine Vision blieb auch das Basler Stadtcasino, es scheiterte 2007 an der Urne. Grund dürfte seine dominante Architektur gewesen sein, die für viele nicht zum Barfüsserplatz gepasst haben dürfte.  Zu kühn waren ihre Ideen auch der Jury des  „Circle“, der Riesenüberbauung die zurzeit beim Flughafen Zürich entsteht. Hadid  landete auf dem zweiten Platz, Riken Yamamoto erhielt den Auftrag.  

Hadids Bauten wurden lange Zeit als kaum umsetzbar erachtet. Das galt auch für die „Fire Station“, die sie für den Vitra-Campus in Weil am Rhein D entworfen hatte. Die Vitra AG wagte als erster Auftraggeber die Realisierung und ermöglichte ihr damit 1993 den Durchbruch.  Weitere Bauten sind etwa das das Londoner Aquatics Centre, das Nationale Museum für Moderne Kunst MAXXI in Rom oder das  Reinhold-Messner-Museum auf dem Kornplatz-Gipfel im Südtirol. (mai/mgt/Material der SDA)